Überraschend viele Bewerber kamen zur Emmericher Jobbörse

In den ersten 75 Minuten waren schon 300 Gäste ins PAN gekommen. Die Unternehmer waren positiv überrascht.
In den ersten 75 Minuten waren schon 300 Gäste ins PAN gekommen. Die Unternehmer waren positiv überrascht.
Foto: Thorsten Lindekamp
  • Das Jobcenter des Kreises Kleve, die Agentur für Arbeit und die Wirtschaftsförderung Emmerich luden ein
  • Die Spedition Convent war zum ersten Mal überhaupt auf einer solchen Börse
  • Kao Chemicals und KLK Oleo kamen noch kurzfristig dazu

Emmerich..  Als voller Erfolg entpuppte sich am Donnerstag die Premiere der Emmericher Jobbörse, die das Jobcenter des Kreises Kleve in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und der Wirtschaftsförderung Emmerichs recht kurzfristig auf die Beine gestellt hat. Nach 75 Minuten waren 300 Interessierte gekommen. Die 21 Arbeitgeber vor Ort

waren erfreut über den Andrang und heimsten etliche Bewerbungen ein. Sie hatten zahlreiche offene Stellen im Angebot.

Der Logisticker BLG hatte 160 freie Stellen im Gepäck

Vor allem die BLG. Der Logistik-Riese hat zum 2. Januar 160 freie Stellen zu besetzen. Es gibt einen neuen, großen Auftraggeber, so Betriebsleiter Julian Bremer, dessen Name noch nicht verraten werden darf. So seien auch Vorarbeiter-Posten zu vergeben: „Da gibt es Chancen, eine Karriere zu machen“, sagte Bremer, der von einigen Bewerbern „positiv überrascht“ sei. Zum Beispiel: „Es ist ein Industriekaufmann gekommen, dessen Bewerbung mich sonst nicht interessiert hätte. Aber im Gespräch hat sich ergeben, dass er für die Qualitätssicherung geeignet sein könnte.“ Ein gutes Beispiel, warum es sich lohnt, solche Börsen zu besuchen.

Emmerichs Wirtschaftsförderer Sascha Terörde kam mit der Strichliste kaum hinterher, so stürmten die Besucher am Morgen ins PAN. Nach dieser Premiere könne er sich sicher Gedanken über eine Wiederholung machen. Für die Unternehmen gehe es nicht nur um freie Stellen, sondern auch ums Employer Branding: „Stichwort: Arbeitgebermarke. In Emmerich seien Belegschaften mit einem Altersschnitt von 49 Jahren keine Seltenheit. Sie müssen sich jetzt schon einen Namen für die Arbeitnehmer von morgen machen.“

Convent war erstmals bei einer Jobbörse vertreten

Florian Bünk, Betriebsleiter bei Mercedes Herbrand, gibt zu: „Mit so vielen Besuchern hatte ich nicht gerechnet. Es kommen auch viele Flüchtlinge. Bei uns sind aktuell acht Flüchtlinge angestellt.“ So erfuhren die Besucher, dass Flüchtlinge bei Herbrand in der EDV, der Verwaltung und als Kfz-Mechatroniker Perspektiven hätten.

Die Spedition Convent hat erstmals an einer solchen Börse teilgenommen: „Die Wirtschaftsförderung hat uns gefragt“, verrät Markus Schramm, Transportleitung. Convent hat Jobs im kaufmännischen Bereich zu vergeben. Und die Lkw-Fahrer seien im Schnitt 57 Jahre – da sei Nachwuchs immer gefragt. „Bei den Interessierten ist die ganze Bandbreite dabei. Nicht nur Niedrig-Qualifizierte. Die Guten haben die Bewerbungsunterlagen schon dabei“, so Schramm.

Klar, auch deutsche und niederländische Personaldienstleister waren vor Ort. Da gebe es auch kritische Nachfragen: „Wir versuchen uns dem schlechten Ruf der Branche so gut wie möglich entgegen zu stemmen“, so Marike Lievers, Auszubildende bei Niederrhein-Team, die im Gespräch aber gute Argumente habe.

>> 21 UNTERNEHMEN WARBEN FÜR IHRE STELLEN

KLK und Kao Chemicals sind kurzfristig dazu gekommen, so dass schlussendlich 21 Unternehmer sich präsentierten. „Wir haben erst vor eineinhalb Wochen von der Börse erfahren. Aber wir haben Vakanzen bei den Abfüllern“, schildert Hans-Georg Blös, Personalleiter bei Kao.

Die Stadt Emmerich bot Stellen mit Verwaltungsausbildung als Voraussetzung. Auch hierfür gab’s viele Interessenten.

 
 

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