Taxifahren wird teurer im Kreis Kleve

Der Mindestlohn steigt, also wird auch das Taxifahren teurer.
Der Mindestlohn steigt, also wird auch das Taxifahren teurer.
Foto: Lars Heidrich
Aufgrund der Mindestlohngesetzgebung steigen die Beförderungsentgelte. Kreistag beschloss neuen Taxitarif. Fahrt buchen und dann nicht fahren kostet auch

Kreis Kleve..  Weder im jüngsten Kreistag, noch im Kreisausschuss gab es zur Veränderung des Taxitarifs eine Debatte. Es ist einfach Fakt, dass die Kalkulation aufgrund der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde ab Januar für Taxifahrer geändert werden muss. Zuletzt wurde die Taxitarif-Verordnung für den Kreis Kleve Mitte 2012 geändert.

Rechnerisch plus 15 Prozent

Ab Januar liegt der Kalkulation nunmehr ein Stundenlohn in Höhe von 8,50 Euro statt wie bisher von 6,50 Euro zugrunde (derzeitiger Bundesdurchschnitt). Dieser Wert bestimmt die Kostenkalkulation zu 50 Prozent.

Die andere Hälfte ergibt sich aus dem Durchschnitt der Betriebskosten (106,80 Euro bisher, nun 105,63 Euro, laut statistischem Landesamt). Rechnerisch lässt das alle Einzeltarifwerte um genau 14,84 Prozent steigen. Weil krumme Centbeträge vermieden werden sollen, wird aber aufgerundet, was den Satz z.B. auf bis über 21 Prozent beim Tag-Kilometerpreis steigert. Dennoch bleibt die Erhöhung stets unter den vom Monheimer Taxiverein beantragten Erhöhungen, die je Kilometer noch einmal je 0,30 Euro mehr forderten.

Der Beschluss im Einzelnen: Der Grundpreis steigt auf 3,30 Euro (bisher 2,80 Euro). Je Kilometer wird tagsüber also zwischen 6 bis 22 Uhr je 1,70 Euro fällig (bisher 1,40 Euro). Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen liegt die Kilometerpauschale ab Januar bei 1,80 Euro (bisher 1,50 Euro).

Der Großraumtarif wird auf 5,80 Euro angehoben (bisher 5 Euro). Hierfür wird tagsüber pro Kilometer von 6 bis 22 Uhr je 1,80 Euro fällig (bisher 1,50 Euro). Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen liegt die Kilometerpauschale ab Januar bei 1,90 Euro (bisher 1,60 Euro).

Bezahlt wird ein Taxi übrigens auch fürs Warten. Entsteht eine einstündige Wartezeit so wird hierfür ein Betrag von 23 Euro fällig (bisher 20 Euro), wenn diese verkehrsbedingt ist – das Taxi also im Stau steht. Verursacht der Fahrgast die Verzögerung, so muss er dies mit 40,20 Euro pro Wartestunde zahlen (bisher 35 Euro).

Wer bucht, zahlt: Der Kreistag hat auch eine Gebühr für den Fall in die Verordnung formuliert, wenn ein Fahrgast erst ein Taxi verbindlich ordert und dann die Fahrt dennoch nicht antritt. 6,60 Euro kostet das den Nicht-Fahrgast.

Sollten nach dem Silvester-Countdown noch Taxen ohne neu geeichte Taxameter im Kreis unterwegs sein, so haben die Fahrgäste Glück. Längstens bis 28. Februar befördern diese Taxen ihre Gäste noch zum bisherigen Tarif, danach muss die Eichung erfolgt sein.

Den Kreistagspolitikern lag auch ein Schreiben der „Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein/Taxi-Mietwagen e.V.“ aus Monheim vor. Weil es im Taxigewerbe zurzeit keinen Tarifvertrag „repräsentativer“ Vertragsparteien gäbe, gelte auch kein Übergangstarif. Dieser hätte die Einführung bis Ende 2016 verschoben.

Der Verein bittet um rasche Anpassung der Taxitarifverordnung. Denn die Eichämter brauchen Zeit, die Eichung der Taxameter vor dem 1. Januar durchzuführen.

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