Stubentiger aus Rees suchen ein Zuhause

Bass (links) und Sonja sind verschmust. Streicheleinheiten gibt es regelmäßig von Brigitta van den Beek.
Bass (links) und Sonja sind verschmust. Streicheleinheiten gibt es regelmäßig von Brigitta van den Beek.
Foto: FUNKE Foto Services
Die NRZ hilft dem Verein Samtpfote bei der Vermittlung kranker und behinderter Katzen. Der nierenkranke Bass ist einer von ihnen. Er wird aber nicht ohne Sonja ausziehen, die seit Jahren seine Gefährtin ist.

Bienen..  Als Sonja ihren Mitbewohner Bass wiedergesehen hat, war die Freude groß. „Sie hat ihn gleich geputzt“, sagt Brigitta van den Beek und schmunzelt. Bass, das ist ein hübscher schwarzer Stubentiger, dem ein böses Katzenschicksal widerfahren ist – in dessen Folge seine Nieren geschädigt wurden. „Bass ist krank. Aber vermittelbar“, stellt Brigitta van den Beek, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Katzenhaus Samtpfote in Bienen, klar. Derzeit sucht das Team vor allem für die kranken und behinderten Tiere ein Zuhause. Die NRZ will helfen und stellt einige dieser Tiere vor. Heute: Sonja und Bass.

Bis vor gut einem Jahr hatten Sonja und Bass ein schönes Zuhause in Krefeld. Dann wurde ihre Besitzerin krank. Als diese ins Hospiz musste, erklärte sich der Verein Samtpfote bereit, das Katzenpärchen aufzunehmen. Eine Freundin der Halterin machte sich mit den zweien auf den Weg nach Bienen. Was sie nicht ahnte: Die Transportbox, in der Bass transportiert wurde, hatte eine defekte Tür. „Als die Freundin die Box aus dem Kofferraum nehmen wollte, fiel die Tür heraus und Bass lief weg.

Fell war stumpf, Gesicht eingefallen

Die zweieinhalbstündige Suche durchs Dorf brachte keinen Erfolg. Also stellte man, so oft es die Witterung zuließ, Sonja in einem Korb in die offene Garage. „Wir haben gehofft, dass Bass so angelockt wird“, so Tierfreundin van den Beek. Parallel wurden Fallen aufgestellt, Suchzettel verteilt und Nachbarn gebeten, die Augen aufzuhalten.

Nach zwei Monaten meldete sich schließlich eine Familie, die mehrfach einen schwarzen Kater im Garten gesehen hatte. Dieser hatte sich am herausgestellten Igel-Futter gütlich getan. Dort konnte Bass schließlich gefangen werden. Sein Fell war stumpf, der Körper abgemagert, das Gesicht eingefallen. Schlimmer noch der Befund beim Tierarzt. „Bass muss in der Zeit einen Unfall gehabt haben“, erklärte der „Doc“, diagnostizierte eine schwere Lungenprellung.

Was geschehen ist, weiß keiner. Aber Heimleiterin Steffi Albrecht hat im Wartezimmer der Tierarztpraxis beobachtet, dass der Kater große Angst vor Hunden hat. Es könnte sein, dass es zu einem Kampf gekommen ist, vermutet das Team des Katzenschutzvereins.

Weil Bass in den zwei Monaten wohl auch argen Durst litt, wurden seine Nieren geschädigt. Inzwischen braucht der Vierbeiner keine Medikamente mehr, nur noch ein Spezialfutter. „Was nur unwesentlich teurer ist als gute Tiernahrung“, beruhigt Brigitta van den Beek, die Bass als „superlieben Kater“ beschreibt. „Derzeit ist er allerdings etwas genervt, wenn man ihm Medikamente gibt. Davon hat er in jüngster Vergangenheit vielleicht einfach zu viele geschluckt“, sagt die Katzenfreundin. Aber das ist ja ohnehin Vergangenheit.

Die getigerte Sonja hat die Zeit ohne Bass trotz Fressunlust und weinen gut überstanden. Natürlich sind beide nur gemeinsam zu vermitteln.

EURE FAVORITEN