Stadt stimmt neuer Planung nicht zu

Foto: Hans Blossey

Rees..  Die Firmen Hülskens und die Niederrheinische Kies- und Sandbaggerei planen wie berichtet die Abgrabung Reeser Welle neu aufzuziehen. Nach dem Verwaltungsgerichtsentscheid, dass die Genehmigung zur erfolgten Planfeststellung nicht durch die Bezirksregierung, sondern durch den zuständigen Kreis Kleve hätte ausgesprochen werden müssen, haben die Unternehmen nun ein neues Planverfahren beim Kreis beantragt.

Bei der neuen Planung bleibt die Wardstraße (K 18) erhalten, rechts und links von ihr entstehen die Wasserflächen. Abgegraben werden soll zwischen dem Sommerdeich als südliche Grenze und dem Banndeich im Norden mit einem Abstand von 300 Metern zur Ortslage Esserden. Im Osten bildet die B 67 die Grenze.

Nun wurde die Stadt Rees aufgefordert, Hinweise zum sogenannten Scoping Verfahren, also zum Untersuchungsumfang und -rahmen für die Umweltverträglichkeitsprüfung, vorzutragen. Die Stadt allerdings will dem Antrag nicht zustimmen, da – so ist in der Vorlage zum Bauausschuss zu lesen – er sich inhaltlich nicht mit den damalig aufgestellten Zielsetzungen deckt.

Die Verwaltung hatte nämlich beim Gebietsentwicklungsplan des Jahres 1996 nur unter der Bedingung der Abgrabung zugestimmt, wenn die Unterbringung der im Mahnensee angesiedelten Yachthäfen an diesem neuen Standort gesichert wird. Dabei ist für die Stadtverwaltung die größere Nähe des Yachthafens zum Stadtkern von Bedeutung.

In den Antragsunterlagen allerdings werden hierzu keine Aussagen gemacht und somit die Zielsetzung der Stadt Rees nicht erfüllt. „Eine reine Wasserfläche zugunsten der Natur, ohne dass die Erholungssuchenden hier eine Möglichkeit der Freizeitnutzung erhalten, ist nicht im Interesse der Stadt.“

Die Verwaltung stimmt dem weiteren Verfahren nur dann zu, wenn als Rekultivierungsziel der Einbau eines Yachthafens Planungsbestandteil ist. Zudem soll ein Grundwassermonitoring für Esserden entwickelt werden. Die Esserdener befürchten nämlich, dass durch die Abgrabung verstärkte Grundwasserströmungen Richtung Esserden zu verzeichnen sein werden. Die Stadtverwaltung empfiehlt, schon heute – ohne die Abgrabung — Grundwasserdaten zu sammeln. Gegebenenfalls sollte auf den nördlichen Seebereich komplett verzichtet werden. Damit müsste keine aufwendige Dichtschürze aus Lehm eingebaut werden.

Im Klageverfahren läuft immer noch der Antrag der Kiesfirmen auf Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Münster.

 
 

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