Stadt hat Alternativen in petto

So könnte die Trasse in Millingen geführt werden, damit Personenwagen weiter durch den Ortskern Millingen rollen.
So könnte die Trasse in Millingen geführt werden, damit Personenwagen weiter durch den Ortskern Millingen rollen.
Foto: Stadt Rees
Stadt fordert weiterhin Pkw-Unterführungen in den Ortskernen von Millingen und Empel. Es gibt aber auch Pläne, die dies nicht berücksichtigen.

Millingen/Empel..  Die Stadt Rees hat ihre Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren Millingen-Empel vorbereitet. Und spart natürlich nicht mit Kritik an den Planungen seitens der Bahn. Eine zukunftsorientierte Planung sei nicht erkennbar, eine intensive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen auf das Stadtgebiet habe nicht stattgefunden, heißt es dort. „Vielmehr wird versucht, mit konventionellen Lösungen zu einem kostengünstigen Ergebnis zu kommen.“

Knackpunkte: Pkw-Unterführungen

Knackpunkte sind natürlich weiterhin einerseits die fehlenden Pkw-Unterführungen in Millingen und Empel, andererseits lehnt die Stadt die dort nur für Radfahrer und Fußgänger geplanten Unterführungen ab, weil sie keine angstfreie Querung ermöglichen.

Was schlägt die Stadt also vor: Für Millingen sieht sie eine Unterführung im weiten Bogen von der Hauptstraße Richtung Mischwasserbehandlungsanlage vor. Mit ihrer lichten Höhe von 3,20 Metern soll diese für alle Verkehrsteilnehmer nutzbar sein – außer Lkw.

Was, wenn Pkw nicht rollen?

Es heißt aber auch: Sollte sich im weiteren Planfeststellungsverfahren zeigen, dass eine Pkw-Unterführung in der Ortslage als nicht umsetzbar eingestuft wird, wird von der Stadt Rees hilfsweise eine alternative Planung für Fußgänger und Radfahrer beigefügt. Dabei soll an jeder Bahnseite ein halbkreisförmiger Platz geschaffen werden, der drei Meter tief zu einer Art Forum führt. Fußgänger können dorthin über eine mittig liegende Treppe oder über zwei seitliche Treppen gelangen oder aber, wie die Radfahrer und Rollstuhlfahrer, über barrierefreie Rampen, die im Halbkreis durch eine Grünfläche nach unten führen. Der Vorteil: Der sechs Meter breite Trog unter den Bahngleisen ist von oben zumindest bis auf die Hälfte seiner Länge einsehbar und im Verlauf der Führung nach unten später komplett einsehbar.

Welche Lösung wird für Empel vorgeschlagen? Auch hierfür fordert die Stadt eine Unterführung, hier von der Reeser Straße in Hufeisenform nach Nord-Westen. Auch hier ist eine lichte Höhe von 3,20 Metern für Pkw, Radfahrer und Fußgänger angedacht. Aber auch die Variante, die Ortsvorsteher Cornelius Meyboom jüngst vorgeschlagen hat, wird als Ergänzung angefügt. Demnach wird alternativ eine Pkw-Lösung im Bereich der Straße Am Bogen angeregt. Der Vorteil: Die Straße liegt tiefer als die Gleise, was auch für die Hüttenstraße zutrifft, wohin die Trasse führt. „Was somit sicherlich die preiswertere Lösung ist“, ist der Ortsvorsteher überzeugt. Weiterer Vorteil: Die Fläche befindet sich im städtischem, bzw. im Eigentum der Bahn. Zudem hat die Lösung den Charme, dass mit ihr gleichzeitig der Zugang zu den Bahngleisen hergestellt werden könnte.

Auch für Empel legt die Stadt eine hilfsweise Planung vor, falls die Pkw-Lösung nicht durchsetzbar ist. Hier gibt es sogar gleich zwei Ausgestaltungen. Die hilfsweise Planung schafft jeweils an jeder Bahnseite ein Platzsituation, in der die Nutzer im Rechteck oder Forum mittels Rampen und begleitendem Grün die Tieflage von drei Metern erreichen. Die Fußgänger nutzen für den Übergang Treppen an den Seiten des Rechtecks, bzw. mittig oder an den Seiten des Forums. Natürlich können sie auch barrierefreie Rampen nutzen, die auch Radfahrern die Durchfahrt ermöglichen. Am tiefsten Punkt findet sich auch hier ein zentraler kleiner Platz, der in den sechs Meter langen Trog mündet. Auch hier gilt: Der Trog unter den Bahngleisen ist bereits von oben zumindest bis auf die Hälfte der Länge einsehbar und im Verlauf der Führung komplett einsehbar.

Gleichzeitig weist die Verwaltung darauf hin, dass die möglicherweise künftige Sackgassensituation der Reeser Straße einen erhöhten Zufluss zur Landesstraße Schwarzer Weg Richtung B 67 nach sich ziehen wird. Schon heute ist die Kreuzung überlastet und es bilden sich Rückstaus auf der B 67 – und die Querung ist problematisch. Weil sich dies alles verschärfen wird, ist aus Sicht der Stadt Rees dort eine Ampelanlage dringend erforderlich.

Der Bauausschuss wird am Donnerstag, 7. November, ab 16 Uhr über die Stellungnahme beraten. Öffentlich. Es ist der erste Punkt der Tagesordnung.

Die Stadt Rees hält an Unterführungen für Millingen im Bereich der Anholter Straße und in Empel im Bereich der Reeser Straße fest.


Ausreichender aktiver Schallschutz (auch Körperschall) wird seitens der Stadt gefordert. Der Lärmschutz soll auf jeden Fall vor der Blockverdichtung gewährleistet sein. Zudem will man, dass die maximalen Zugbewegungen festgeschrieben werden.

Sicher gestellt soll sein, dass die Kommune an der Finanzierung der Ersatzbauwerke nicht beteiligt wird und auch eine Vorfinanzierung seitens der Stadt ausgeschlossen ist.


Der Mensch soll als Schutzgut einen zumindest gleichwertigen Rang erhalten wie Eingriffe in Natur und Landschaft. Ein ausreichendes Sicherheitskonzept wird eingefordert.


Erst sollen die Ersatzbauwerke für die wegfallenden Bahnübergänge gebaut und der Lärmschutz sicher gestellt sein, dann erst soll mit dem Bau der dreigleisigen Güterferntrasse begonnen werden.

 
 

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