Sparkasten-Fall wird zur Krankenakte

Emmerich/Rees..  Rechtsanwalt Helmut Schmitt aus Mayen nahe Koblenz musste gestern früh schon wieder eine unnütze Dienstreise quittieren. Zweieinhalb Autostunden hin und wieder zurück bedeuteten eine großzügige Zeitverschwendung. Dazwischen erfuhr der Jurist am Emmericher Amtsgericht von Richterin Dr. Christiane Schmitz, dass der entscheidende Zeuge sich mit einer angeblichen Mandelentzündung krankgemeldet hätte. So ließ sich auch im vierten Anlauf nicht klären, wer den Sparkasten einer Gaststätte in Empel Anfang Dezember 2013 um 300 Euro erleichtert hatte.

Der Sparkasten-Fall wird somit zur Krankenakte: Erst war der Zeuge krank, dann der Angeklagte wegen Magen-Darm-Infekts nicht erschienen, nun wiederum der Zeuge, der als Ex-Freund des Angeklagten im Verdacht steht, die Tat verübt zu haben. Der 24-jährige ehemalige Reeser hatte beim ersten Gesprächstermin an der Seufzerallee jedenfalls seine Unschuld am Einbruch in die Gaststätte durch das Toilettenfenster bekundet: „Vor dem Diebstahl habe ich mich mit meinem ehemaligen Freund gestritten. Der will mir die Tat nun in die Schuhe schieben.“

Der Hauptzeuge entzog sich gestern einer Stellungnahme. Und wurde von Richterin Schmitz zu 150 Euro Ordnungsgeld plus Verfahrenskosten verdonnert – sollte der nicht ein wasserdichtes Attest vorlegen.

Gleichwohl verlas die Richterin einen Auszug aus dem Zentralregister vor. Was wenig vorteilhaft für den mehrmals vorbestraften Angeklagten war. Termin Nummer Fünf ist für den 27. April im Gericht festgesetzt.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel