So entstand die Unordnung

Hans Wimmers

Emmerich.  „Es wird immer konfuser!“, meinte Dr. Alexander Neu, Linken-Mitglied des Bundestages und Obmann im Verteidigungsausschuss am Samstag im Linken Zentrum Emmerich. Er meinte damit die Veränderung der Weltordnung, die sich von einer unipolaren in eine multipolare Unordnung gewandelt habe. Seine gut verständlichen Äußerungen über die „Neue Welt(un)ordnung– Irak, Libyen und Syrien“ verfolgten etwa 20 Gäste.

Nach einer Begrüßung durch Dr. Sabine Jordan vom Kreisverband schilderte Neu die Entwicklung der Mächtekonzentration in der Welt seit 25 Jahren. Dabei hat Deutschland nach seiner Meinung keine optimale Rolle gespielt. Nach dem Ende des kalten Krieges hätte der Westen die Chance gehabt, seine damals gewonnene Macht in richtiger Weise zu nutzen, ergriff sie aber nicht. „Er missbrauchte sie, statt stabilisierend auf die Weltordnung zu wirken!“ Mit dem Anschlag in den USA 2001 kamen neue Akteure auf die Bühne: Terrorismus, Finanzkrise und Georgienkonflikt verstärkten die Unordnung im Mächteverhältnis.

Neu stellte eine Veränderung und Polarisierung der Medienlandschaft fest, die zwischen Zustimmung und Ablehnung der Bundespolitik zu Amerika schwankte. Dazu kamen neue Probleme im Weltgeschehen: die Flüchtlingskrise. So sei in den letzten Jahren in der Welt – durch die Politik Russlands, aber auch durch die Orientierung der Nato nach Osten – ein völliger Wandel zu beobachten. Diese Veränderung, meinte Dr. Neu, sei ein lange andauernder Prozess. Keine Seite will den Krieg wegen der unvorhersehbaren Gefahren. Nur durch gegenseitige Rücksichtnahme kann die Situation nicht zu einer Eskalation ausufern.

In der anschließenden Diskussion ging es um allgemeine Politik, aber auch um lokale Beobachtungen.