Schwere Krise in der BGE

Emmerich.  Der schon länger schwelende Konflikt in der BGE-Fraktion hat zu einer ersten personellen Konsequenz geführt. Udo Tepaß trat in der Sitzung am Montag als stellvertretender Fraktionschef zurück. „Es ist einfach zuviel Streit. Ich bin ein Mann klarer Worte und nicht für kleine Kinder“, gab der 71-Jährige gegenüber der NRZ als Begründung an. Tepaß missfällt vor allem die interne Kritik an Joachim Sigmund. „Der ist zu intelligent für die Politik“, findet Tepaß, „der hat zu viele Neider in der BGE.“ Tepaß will aber in der Fraktion bleiben.

Zerrüttetes Verhältnis

Vor allem das Verhältnis zwischen Sigmund und Fraktionschef Gerd Bartels gilt als zerrüttet, seit Bürgermeisterkandidat Sigmund im Herbst 2015 nach dem ersten Wahlgang seinen Anhängern empfahl, bei der Stichwahl SPD-Mann Hinze die Stimme zu geben, während Bartels für die BGE keine Empfehlung aussprach. Sigmund wiederum missfiel zuletzt, dass Bartels ihn nicht über einen Brief an Bürgermeister Hinze in Sachen Auftragsvergabe Leegmeerschule informiert habe. Bartels weist den Vorwurf des Alleingangs indessen zurück: „Ich habe mich an unsere internen Regularien gehalten.“ Bartels kündigte umgehend eine Fraktionssondersitzung an. Dieser Aussprache und den geplanten internen personellen Umstellungen wolle er nicht vorgreifen. Zur Person Sigmund sagte er, dieser sei ein Individualist, der aufgrund seiner beruflichen Karriere lieber in der ersten statt in der zweiten Reihe stehe: „Er ist nicht einfach im Umgang, aber fleißig und hat sich gut in die Kommunalpolitik eingearbeitet.“ Er selbst hinterfrage sich auch kritisch: „Ich sitze nicht auf einem goldenen Thron.“ Vor einigen Monaten habe er das Vertrauen der Mitglieder eingefordert. Das habe er bekommen, wenn auch nicht einstimmig, verriet Bartels der NRZ.

 
 

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