Schule in Millingen erhielt Niedrigseilgarten

Maria Raudszus
Die Grundschule Millingen kann nun mit einem Niedrigseilgarten punkten.
Die Grundschule Millingen kann nun mit einem Niedrigseilgarten punkten.
Foto: WAZFotoPool
Der Förderverein der Grundschule Millingen übergab gestern die Anlage. Viele Arbeiten übernahmen Vorstand, Hausmeister und Väter in Eigenleistung. Zudem spendierte die Schule ein Slack rope.

Millingen.  Die Millingener Grundschüler standen zwar artig in einer Reihe. Aber still zu stehen, das fiel ihnen gestern sichtlich schwer. Kein Wunder, schließlich mussten sie bis zur offiziellen Übergabe und dem damit verbundenen Durchtrennen des Flatterbandes warten, um die neueste Errungenschaft ihrer Schule in Besitz zu nehmen: der Niedrigseilgarten – eine schöne Aktion des Fördervereins.

Für mehr Nachhaltigkeit

Dessen Vorstand hatte zunächst geplant, die 148 Schüler der St.-Quirinus-Grundschule zu einem Besuch in einem Niedrigseilgarten einzuladen. Schließlich gibt es solche in Oberhausen, Duisburg und Borken. „Aber dafür wäre schon ein dicker Batzen unseres angesparten Geldes drauf gegangen“, rekapituliert die Fördervereinsvorsitzende Heike Tielkes die damaligen Überlegungen des Vorstandes. Im Laufe der Diskussionen entstand der Wunsch, eine solche Anlage auf dem Schulhof zu errichten. In der Folgezeit wurden Infos über die möglichen Schwingstationen sowie Balancier- und Kletterelemente eingeholt, die Kosten dafür ermittelt, über mögliche Eigenleistung gesprochen.

Am Ende stand ein deutliches „Ja“ für den Niedrigseilgarten – schon wegen der Nachhaltigkeit. „Ich finde das gut, weil man alles jeden Tag nutzen kann“, sagt Emely Michelbrink treffend. Die Neunjährige und ihre Zwillingsschwester Lisa haben mitangepackt, als an einem Samstag der vierköpfige Vorstand des Fördervereins sowie fünf Väter und Hausmeister Klaus Sesing einen 80 Zentimeter tiefen Schacht aushoben und die Pfähle einbetonierten. „Wir haben Schutt mit der Schubkarre weggebracht“, sagt Lisa. Auch waren die Zwillinge beim Angeben von Werkzeug behilflich.

Von 9 bis 14 Uhr waren die Ehrenamtlichen im Einsatz. Ein paar Tage später kamen sie erneut zusammen, um die Seile aufzuhängen. „Eine der fünf Stationen fehlt allerdings noch“, so Heike Tielkes.

Der Bewegungsparcours ist so angelegt, dass alle Elemente mit Tritt-Tellern verbunden sind, so dass die Kinder sich durch alle fünf Stationen hangeln können. Was nicht nur Bewegungsanreize schafft. „Die Anlage fördert auch das Sozialverhalten der Kinder. Die Großen müssen auf die Kleinen Rücksicht nehmen. Man lernt zu warten, bis man an der Reihe ist. Und das Balancieren fördert das Selbstvertrauen bei den Kindern“, weiß Heike Tielkes. Ein Mehrwert für Grundschule und Offene Ganztagsschule, auf den Förderverein und Schule stolz ist. „Wir haben den Niedrigseilgarten auch daher ganz bewusst so platziert, dass man ihn von der Hauptstraße aus sehen kann“, so Vorsitzende Tielkes.