Schützenhilfe vom Gutachter

Im Zuge des Betuwe-Ausbaus werden die Bahnschranken verschwinden. Ein Gutachter nahm jetzt die Bauvarianten von Bahn und Stadt unter die Lupe. Foto Dirk Schuster
Im Zuge des Betuwe-Ausbaus werden die Bahnschranken verschwinden. Ein Gutachter nahm jetzt die Bauvarianten von Bahn und Stadt unter die Lupe. Foto Dirk Schuster
Foto: NRZ
Johannes ten Brink sieht sich in seinen Kritikpunkten an Ersatzbauwerken für die wegfallenden Bahnbeschrankungen durch den neutralen Sachverständigen bestätigt.

Emmerich. Ein Auto muss zum TÜV. Gibt es auch für Straßen solche Checks? Gibt es. Nennt sich Sicherheitsaudit. Johannes ten Brink, CDU-Ratsmitglied und anerkannter Verkehrs- und Bahn-Experte, hatte dieses Prüfungsverfahren angeregt. „Das Sicherheitsaudit kann hilfreich sein, wenn wir die Ersatzbauwerke umplanen lassen“, so der Bauingenieur im Ausschuss für Stadtentwicklung. Die Verwaltung hatte die Audits für die geplanten Unterführungen am Borgheeser Weg und am Löwentor in Auftrag gegeben. Beide Projekte haben den Elchtest durch einen unabhängigen Gutachter, Dr.-Ing. Reinhold Bauer aus Aachen, unterm Strich wohl bestanden, aber ten Brink sieht sich durch den Fachmann in einigen Kritikpunkten bestätigt. Ewa darin, dass bei der Bahn-Variante für den Borgheeser Weg (Fußgänger und- Radfahrerunterführung) der verwinkelte Fußgängertunnel nicht durchsehbar ist. „Ich denke, dass der Rat hier eine geradlinige Lösung beschließen sollte“, so ten Brink: „So was ist nicht mehr zeitgemäß. Sonst haben wir so ein Dreckloch wie am Löwentor.“

Beim Konzept der Stadt (Fahrbahn plus Geh-/Radweg) merkt der Gutachter an, dass im Bereich der Führung des Radfahrers vom Seitenraum auf die Fahrbahn im Verflechtungsbereich ein sicherer Übergang zu schaffen ist und ein ausreichender Sichtkontakt zwischen Kraft- und Radfahrer zu gewährleisten sei.

Mehrere Prüfaufträge

Ferner sei zu prüfen, „ob der gemeinsame Geh-/Radweg bis zum Knotenpunkt Eltener Straße (B 8) geführt werden könne. Im Einmündungsbereich der Mischverkehrsfläche in den Borgheeser Weg sei die Sicht für ausfahrende Pkw zu prüfen. Und: Wegen der geringen Kfz-Belastung am Tag (1700 Fahrzeuge/320 Radfahrer) müsse bei Aufhebung des beschränkten Bahnübergangs mit höheren Geschwindigkeiten gerechnet werden. Daher solle in Höhe der Einmündung Hekerenfelder Weg und Hausnummer 25 eine Überquerungshilfe für Radfahrer und Fußgänger untersucht werden.

Stichwort Löwentor. Hier kann sich ten Brink mit der Vorplanung bekanntlich nicht so recht anfreunden, weil es keinen Radweg im Straßentrog gibt: „Da muss etwas passieren. Ich kämpfe weiter für einen Radweg in dem Tunnel.“ Dagegen lasse die umständliche Radwegeführung „Fehlverhalten“ erwarten.

Gutachter Reinhold Baier waren zuvor von der Stadt Emmerich sämtliche Planungsunterlagen zur Verfügung gestellt worden, auch die Variante der DB Netz AG zum Borgheeser Weg. Außerdem erhielt Baier alle Verkehrserhebungen, Unfalldaten und Prognosen über Verkehrsströme. Als Fazit der Audits könne festgehalten werden, „dass alle Vorplanungen dem Grunde nach umsetzbar sind“, resümiert die Verwaltung. Prüfungsaufträge und Mängel würden in die Ausführungsplan einbezogen.