Schleppende Bearbeitung moniert

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Emmerich/Dinslaken..  In einem Punkt herrschte beim Betuwe-Gipfel in der Kathrin-Türks-Halle in Dinslaken auf dem Podium große Einigkeit: Mit der zwischen Bahn, Bund und Land geschlossenen Finanzierungsvereinbarung zum Ausbau der Strecke Oberhausen-Emmerich wurde ein wichtiger Schritt zur Realisierung des milliardenschweren Großprojektes getan. Daran ließ auch der erste Redner, der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers, keinen Zweifel. „Es ist endgültig sichergestellt, dass der Ausbau kommt“, sagte Gerwers, der die Positionen der Anrainer-Kommunen darlegte, darunter auch die Emmerichs.

Nicht zurücklehnen!

Nach dem Lob folgte die Mahnung, dass die Vereinbarung kein Grund sei, sich zufrieden zu geben. „Es sind alle gefordert, das Jahrhundertprojekt voranzutreiben“, forderte Gerwers, der sodann kritische Töne anschlug, die bisher „zögerliche Vorgehensweise“ und die „schleppende Bearbeitung der Betuwe-Planung“ monierte.

Heute schon sei die Situation an der Strecke mit Lärm, Erschütterungen, langen Schließzeiten an den Bahnübergängen „unerträglich“. Auch das Thema Sicherheit werde intensiv diskutiert. Er sei zuversichtlich, dass die angemessenen Forderungen der Feuerwehr umgesetzt würden, sagte Gerwers.

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn in NRW, Reiner Latsch, betonte, dass von Betuwe „zwei ganz starke Signale“ an Anwohner und Kunden ausgehe: Die einen könnten vom Schallschutz profitieren, die anderen von einem „deutlich verbesserten Angebot auf der Schiene“.

Reiner Latsch teilte dann mit, dass die „Flüsterbremse“ nach langer Testphase nun zur Verfügung stünde und zunächst 10 000 Waggons umgerüstet werden und restliche folgen sollen.

3. Gleis und Lärmschutz

Das dritte Gleis sei deshalb wichtig, weil nur so die Voraussetzung dafür geschaffen werde, Lärmschutz zu bekommen, sagte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek.

Unterstützung erhielt Groschek für die Forderung, „Krachmacher“ stärker zur Kasse zu bitten, von Lothar Ebbers, dem Vertreter der Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht“ Oberhausen und Sprecher des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“: „Wir brauchen eine lärmabhängige Trassenabgabe“, bestätigte er. Auch Ebbers wertete die Finanzierungsvereinbarung als wichtigen Schritt, brachte aber noch viele ungelöste Probleme an.

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