Rheinbrücke: Roter Meilenstein mit goldener Niete

Am Freitag
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Foto: FUNKE Foto Services
Zum 50. Geburtstag der Rheinbrücke nebst Feuerwerk redete Bürgermeister Johannes Diks tapfer gegen das Unwetter über Emmerich und Kleve an.

Emmerich/Kleve.  Bis zum optischen Höhepunkt des Emmericher Jahres 2015 war’s ein beschwerlicher Weg. Johannes Diks ließ sich am Freitagabend allerdings die Laune nicht vermiesen. Der Bürgermeister redete tapfer und respektabel gegen den Bindfadenregen aus dem größten aller Duschköpfe an. Sein Klever Kollege Theodor Brauer tat’s ebenso. Via Lautsprecher waren die Politiker auch noch an „Steiger 1“, gute einen Kilometer entfernt, zu hören.

Die in dunkelblau gedresste Ehrengarde trotzte samt Kanone ebenso den Widrigkeiten. Das alte Kriegsgerät schoss tatsächlich donnernd ein Loch in die Luft. Das Zeichen, die Rheinbrücke-Pylone mit dem 50-jährigen Jubiläum in Rubin-Rot zu tauchen. Für Diks war’s ein verspätetes Geschenk. Der oberste Bürger feierte Donnerstag seinen 62. Geburtstag, war folglich bei der Brückeneröffnung am 3. September 1965 zwölf Jahre jung. Kollege Brauer indes bereits 16. Und Teenager.

Städte zusammengeschweißt

Der lobte die Emmericher über den Glücksklee: „Die Brücke hat unsere Städte zusammengeschweißt und die Region zu einer des Fortschritts mit Lebensqualität für die Menschen gemacht. Die Rheinpromenade als Höhepunkt der Region ist ein Ausfluss der Brückenkonstruktion.“ Die 1228 Meter lange Flussquerung mit ihren beiden 77,5 Meter hohen Pylonen gilt immer noch als längste Hängebrücke Deutschlands. Vor einem halben Jahrzehnt war’s sogar ein Rekord für Europa.

„Golden Gate“ ist für das in 40 Monaten und mit 54 Millionen D-Mark (gleich rund 27 Millionen Euro) gebaute Spannwerk keine Übertreibung. Obwohl die Bezeichnung originär ja für den Brückenschlag zwischen San Francisco und Oakland in Nord-Kalifornien gilt. Eine der 400 000 verwendeten Nieten beim Rheinbrückenbau ist nämlich aus Gold. Soll Glück bringen. „Die güldene Niete liegt allerdings auf eurem Gebiet, so weit ich weiß“, sagte Johannes Diks mit Blick auf Theo Brauer und Kleve, stellte das Bauwerk dann in den großen Zusammenhang: „Es war ein Meilenstein für den Durchgangsverkehr, auch einer für den europäischen Zusammenschluss.“

Die Beleuchtung der 60 LED-Strahler wird nun jeden Abend zu bewundern sein. Wenn die Dunkelheit hereinbricht am Fluss, dann aktiviert eine Zeitschaltuhr den Dämmerungsschalter. Die Kosten von rund 71 000 Euro teilen sich die Städte. Für Emmerich bringt der Verein Stadtbild die Hälfte der Summe auf. „Und da sind keine Steuergelder dabei“, betont Bürgermeister Diks. Mit Spenden von 25 Firmen sowie mehreren Privatpersonen wurde auch die schmucke Stele an der Promenade, Ecke Fährstraße, eingeweiht. Bürgermeister Diks und Tourismuschefin Dr. Manon Loock-Braun stehen auf der Namensliste als private Geldgeber ganz oben – als Säulen des Stadtmarketings.

Ob demnächst auch noch die Traverse der Brücke angestrahlt werden wird, ist erst mal nur eine Idee. Die nicht so lange schlummern dürfte wie der erste Vorschlag, Emmerich mit Kleve per Brücke zu verbinden. Der stammte bereits aus dem Jahr 1895.

Übrigens: Das gelungene, unter anderem von fetziger schottischer Folkmusik untermalte und rund 25 Minuten lange Feuerwerk, das trotz Regen von mehreren tausend Rheinpromenade-Besuchern verfolgt wurde, begann mit elfminütiger Verspätung. Offenbar hatte sich auf Klever Seite, wo nahe der Rheinwiesen gezündet wurde, einige Besucher zu nahe an die Abfeuerstellen gestellt.

 
 

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