Reeser Rentner bestreitet Missbrauch

Der Angeklagte aus Rees (l.) und sein Anwalt.
Der Angeklagte aus Rees (l.) und sein Anwalt.
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68-Jähriger soll Enkelinnen mehrmals unsittlich berührt haben. Sein Verteidiger fordert Glaubwürdigkeitsgutachten für die Zeugen. Das Gericht lehnt dieses ab.

Rees..  Viel hat der Angeklagte nicht zu sagen. Dabei wiegt die vorgeworfene Tat schwer. Mehrmals soll er seine zwei Enkelinnen sexuell missbraucht haben. Nur kurz ist seine Erklärung dazu. Zudem lässt er sie durch seinen Verteidiger vortragen. „Mein Mandant sieht sich nicht in der Lage, eine Tat einzuräumen, die er nicht begangen hat.“ Zuvor hatte Richter Christian Henkel versucht, dem 68-jährigen Angeklagten aus Rees noch einmal ins Gewissen zu reden. „Wenn an den Vorwürfen was dran ist und sie die Tat einräumen, können wir den Zeuginnen ersparen, aussagen zu müssen. Und das würde sich auf jeden Fall sehr positiv für sie auswirken“, machte Henkel deutlich.

Enkelin zu sich ins Bett geholt

Denn, das erklärte der Richter auch, die vorgeworfene Tat sei sicherlich nicht das Schlimmste, was die Kammer jemals behandelt hätte. Gleichwohl, und das ließ er auch durchblicken, gebe es einen hinreichenden Verdacht, dass die Vorwürfe stimmen.

Laut Anklage soll sich der alleinlebende Rentner in der Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Oktober 2013 an seinen Enkelinnen, damals neun und 13 Jahre alt, vergangenen haben. Eine Enkelin übernachtete etwa in den Herbstferien 2013 sieben Nächte bei ihrem Großvater. Dieser soll sie dann während des Aufenthaltes mehrmals unsittlich im Brustbereich und im Intimbereich berührt haben. Eines Nachts habe er sie zudem zu sich ins Bett geholt. Doch aus dieser Situation konnte sich das Mädchen losreißen und fliehen. Auch die andere Enkelin war 2013 wohl immer wieder zu Besuch. Und auch diese soll der Reeser mehrmals an den selben Stellen berührt haben.

Zumindest zu seiner Person macht der Angeklagte bedächtig und mit ruhiger Stimme seine Angaben. Zweimal war er verheiratet, seit 1999 ist er geschieden und alleinlebend. Vier Kinder hat er mit zwei Frauen. Mit den wenigsten hat er Kontakt. Bereits vor über einem halben Jahr sollte sein Fall schon verhandelt werden. Doch eine Erkrankung kam dazwischen. Er habe zwei schwere Operationen hinter sich, sagte er vor Gericht. „Und nun noch die psychisch belastende Verhandlung“, so der Verteidiger.

Von der Mutter beeinflusst?

Im Hinblick auf den nächsten Verhandlungstermin regte er an, ein Glaubwürdigkeitsgutachten über die beiden Enkelinnen anfertigen zu lassen. Denn in den Protokollen zu deren Vernehmungen seien ihm verschiedene Mängel aufgefallen. Ohnehin habe er den Eindruck, dass vor allem die Mutter der Enkelin, die sein Mandant in den Herbstferien missbraucht haben soll, starken Einfluss auf das Kind genommen habe. „Sie bezichtigt ihren Vater ja selbst, dass er auch sie in jungen Jahren sexuell missbraucht haben soll“, so der Anwalt. 40 Minuten beriet das Gericht darüber, ob nun ein Gutachten erstellt wird. Die Entscheidung: nein. Nächste Woche wird daher weiter verhandelt.

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