Reeser baut neue Apfelsorten an

Die mobile Presse war jetzt auf dem Vriendshof im Einsatz: Rebekka Schmücker (von links), Marie Luise Thoma, Gisela und Wilhelm Baumann und Tim Möller.
Die mobile Presse war jetzt auf dem Vriendshof im Einsatz: Rebekka Schmücker (von links), Marie Luise Thoma, Gisela und Wilhelm Baumann und Tim Möller.
Foto: WAZFotoPool
Die Sorten „Sapora“ und „Wellant“ helfen den hiesigen Bauern, Energie zu sparen. Weil sie für die Lagerung nicht so stark gekühlt werden müssen.

Reeserward..  Die XXL-Saftpresse war gestern fast ohne Pause auf dem Vriendshof von Wilhelm Baumann im Einsatz. Neben Wilhelm Baumann verarbeiteten dort auch die beiden Apfelbauern Annette Raadts und Everhard Baumann Teil ihrer Ernte zu Most. „Wir haben erstmals im vergangenen Jahr Äpfel zu sortenreinem Most verarbeitet“, sagt Everhard Baumann. Schon nach kürzester Zeit waren die 5-Liter-Packs mit Rubinette-, Topas- und Boskoop-Saft verkauft. Das allein ist aber nicht der Grund, warum in Rees erneut Saft produziert wird. Die Apfelbauern wappnen sich im Zuge von Ukraine-Krise und Sanktionen gegen Russland gegen mögliche Einbußen.

Russland-Embargo

Tatsache ist nämlich, dass die politische Situation bereits die polnischen Apfelbauen auf den Plan gerufen hat. „70 Prozent ihrer Ernte geht in aller Regel nach Russland“, weiß Everhard Baumann. Weil nun aber eine Verstopfung der Wege drohe, versuchten sie, Kontrakte mit hiesigen Mostern zu schließen. „Was dazu führt, dass der üblicherweise herbe Saft aus Polen mit chinesischem süßen gemischt und der Mix billig auf dem Markt geworfen wird“, sagt Baumann. Mit sortenreinen Säften versuchen nun die hiesigen Produzenten gegenzusteuern. „Bei uns wird aber nur der letzte ‘Pflück’ zu Most verarbeitet“, erklärt Baumann. Die ersten Pflückungen seien zu wertvoll dafür. Sie gehen in den Direktverkauf.

Dennoch lässt sich Everhard Baumann nicht von dem Horrorbild, das der Handel derzeit über die möglichen Auswirkungen des Russland-Embargos malt, verunsichern. „Es heißt, dass der Markt mit Äpfeln überschwemmt werde und wir Vermarktungsprobleme bekommen“, erklärt er. Ob dies tatsächlich eintrete, bleibe abzuwarten, so der Reeserwarder. „Deutsche Äpfel werden üblicherweise erst um Weihnachten herum nach Russland geliefert“, erinnert er. Bis dahin könne sich die politische Lange längst entspannt haben.

Dennoch hat diese „Psychologie der Märkte“, wie Baumann es nennt, auch ihn als 100-prozentigen Direktvermarkter erreicht. „Der Handel hat die Preise gedrückt, wir müssen nachziehen“, sagt Baumann. Glück für die Kunden, die derzeit ihre Äpfel bei den Direktvermarktern um rund zehn Prozent preiswerter als im Vorjahr kaufen können. Zudem erhalten sie eine gute Qualität, haben Elstar, Delbar und Cox Orange doch ausreichend Sonne getankt.

Neu auf dem Markt sind bei Everhard Baumann gleich mehrere Sorten. „Sapora“, ein äußerst spritzig-saftiger Apfel, „Mairac“, ebenfalls eine sehr saftige Sorte, sowie „Wellant“, eine süß-säuerliche Frucht, die lange knackig bleibt. Das Besondere: Einige neue Sorten helfen auch, dem Apfelbauern Energiekosten zu sparen, weil sie für die Lagerung nicht mehr so stark gekühlt werden müssen. „Wellant“ zum Beispiel behält seine Knackigkeit bei 3,5 Grad, wobei Elstar bei 1,4 Grad in den Kälteschlaf gelegt werden muss, um seine Reifung aufzuhalten.

 
 

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