REES ganz groß und in Farbe

Am Bauhof Rees wurden die neuen Spielgeräte vorgestellt.
Am Bauhof Rees wurden die neuen Spielgeräte vorgestellt.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Umgestaltung des Platzes rund um die Pumpe auf dem Marktplatz in Rees sorgte für Diskussionsstoff. Das Resultat der neuen Planung kann sich sehen lassen.

Rees..  Erst einmal alles schlecht reden, bevor man überhaupt weiß, worüber man spricht. Diesen Vorwurf richtete Bürgermeister Christoph Gerwers in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Vergabe an diverse Kritiker. Vorausgegangen war ein Scharmützel über die Umgestaltung des Marktplatzes – ohne Wasserspiel. Wer das Foto sieht, der kann den Bürgermeister verstehen: Die neue Gestaltung ist, wie sie Bauamtsleiterin Elke Strede wohl zu recht titulierte, „ein Knaller“.

Wasserspiel ist anfällig

Missfallen hatte dem Grünen-Fraktionschef Helmut Wesser das Prozedere. Ursprünglich sollte an der Pumpe ein Wasserspiel installiert werden. Die Marktplatzumgestaltung in diesem Bereich war mit einem Kostenvolumen von 140 000 Euro vom Rat abgesegnet worden. Doch wie es auch manchem Privatmann ergeht, der sich über eine günstige Preisanfrage freut, fällt das konkrete Angebot plötzlich weitaus höher aus. In diesem Fall waren nicht nur die Gebote der Ausschreibung wesentlich höher, sondern auch die Folgekosten. „Wir wissen von anderen Kommunen, bei denen wir uns erkundigt haben, dass so ein Wasserspiel sehr anfällig ist und es häufig zu Verstopfungen kommt“, hatte Kämmerer Andreas Mai in der Sitzung vorgetragen. „Was zudem ein Problem ist“, darauf wies gestern Bauhof-Chef Andreas Böing hin, „ein Wasserspiel hat eine hohe Verdunstung, pro Tag müssen bis zu fünf cbm Wasser nachgefüllt werden.“

Per Dringlichkeitsbeschluss

Gefasst worden war die Entscheidung gegen das Wasserspiel in einem Dringlichkeitsbeschluss, den der Bürgermeister und der Vorsitzende des Bauausschusses, Karl Goris, unterschrieben hatten und über den im Ausschuss am 21. Mai in nichtöffentlicher Sitzung abgestimmt wurde. „Ich bin mit der Gestaltung nicht einverstanden“, argumentierte SPD-Ratsherr Johannes Beenen, auch Parteikollege Peter Friedmann war überrascht von der Planungsänderung und vermisste eine vorangegangene Beratung und Einflussnahme im Ausschuss. „Dann wäre die Umgestaltung in diesem Sommer nicht mehr möglich gewesen“, hielt Gerwers dagegen. Auch Dieter Karczewski, CDU, zeigte sich nicht zufrieden mit der Abwicklung, wohl aber mit der Arbeit der Verwaltung und der neuen Gestaltung. „Wir haben den Punkt in der Sitzung abgehakt.“ Diesen hätte man auch diskutieren können, was nicht geschah.

Mit der neuen Ausstattung des Platzes an der Pumpe wird die Verwaltung im Juli punkten. Denn die großen bunten Buchstaben sind bereits am Baubetriebshof eingetroffen und echte Hingucker. R-E-E-S in Rot, Grün, Blau und Gelb werden an der Pumpe liegend als Sitzgelegenheiten platziert. Als Spielgeräte werden zwei Edelstahl-Wippstangen in Grashalmform und zwei Sitz-Wippkugeln installiert. Das Pflaster wird erneuert, die Pumpe überarbeitet, so dass das Wasser direkt über einen Rost in den Wasserkreislauf läuft und man beispielsweise die nackten Füße unter dem Wasserstrahl abkühlen kann.

„Wir werden im Sommer gemeinsam zur Pumpe gehen. Sie werden begeistert sein“, stellte Christoph Gerwers Ratsherr Beenen und all denen in Aussicht, die dem Wasserspiel nachtrauern. Die Platanen, die historische Pumpe kombiniert mit den modernen Elementen, den Buchstaben aus Glasfaser, würden für Beachtung sorgen. Und schließlich ist die Umgestaltung auch eine Reminiszenz an das, was Rees berühmt gemacht hat: die Buchstaben im Kreuzworträtsel.

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