Radweg erhält Rückenwind vom Isselburger Rat

Sarah Eul
Foto: Essen
Isselburger FDP kritisierte Steuerverschwendung beim der geplanten Radautobahn von Isselburg nach Velen. Andere Parteien lobten das Projekt. Baubeginn soll der Abschnitt von Bocholt nach Rhede sein.

Isselburg.  Das Regionale 2016-Projekt „Regio.Velo“ hat nun viel Fahrt aufgenommen: Die Räte der beteiligten Städte und Gemeinden Isselburg, Bocholt, Rhede, Borken, Velen und der Kreistag Borken haben dafür gestimmt, das Projekt der Radautobahn weiterzuverfolgen. Auch der Kreis Borken als Koordinator des Projektes gab grünes Licht. „Die Kommunalpolitik hat sehr intensiv über das Projekt diskutiert und dann ein starkes Signal ausgesandt: Wir befürworten die vertiefenden Planungen zum Radschnellweg, weil er für unsere Region neue Chancen bietet und neue Mobilitätsmöglichkeiten schafft“, sagt Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreises Borken.

Kritik aus der Landwirtschaft

Wie berichtet, soll die Radautobahn von der niederländischen Grenze in Isselburg aus nach Velen führen und 46 Kilometer lang sein. Die Baukosten werden mit 42 Millionen Euro veranschlagt. Die Bau- und Betriebskosten soll das Land NRW übernehmen.

Mit deutlicher Mehrheit haben sich die Politiker des Rates Isselburg für den Bau des Radschnellweg ausgesprochen. Allerdings nicht ohne Diskussion. So bemängelte die FDP , dass das Landes NRW bei der Finanzierung des Radweges unnötig Steuergelder ausgebe. SPD-Fraktionschef Dr. Theodor Beine erklärte daraufhin, dass das Geld nicht für andere Radwege im städtischen Netz genutzt werden könne. Wenn der Rat nicht zustimme, werden andere Radwegeprojekte in NRW gefördert. Die anderen Fraktionen zeigten sich ebenso überzeugt von dem Projekt. „Es ist ein gutes Projekt für Isselburg“, so CDU-Chef Frank Häusler. „Allerdings sollten wir bei den Planungen genau hinschauen, wo die Trasse lang läuft.“ Er habe bereits Kritik aus der Isselburger Landwirtschaft gehört, wenn es um die Trassenführung für die Radautobahn durch Isselburg geht. Grünen-Fraktionschef Uwe Übelacker stellte in der Diskussion heraus, dass es sinnvoll sei, „umweltverträglichen Verkehr zu schaffen und vom Individualverkehr mit Autos wegzukommen“.

Mit den vertiefenden Planungen beginnen jetzt die Detailarbeiten für den ersten Bauabschnitt von Bocholt bis Rhede: Wegematerial, Beleuchtung und die Gestaltung von Kreuzungen sind einige Punkte, die im Fokus stehen. In NRW gibt es derzeit im Rahmen des Wettbewerbes „Radschnellwege NRW“ Planungen für fünf Strecken. Regio.Velo ist das am weitesten in der Planung fortgeschrittene Projekt.