Pfarrer von Millingen und Haldern geht in den Ruhestand

Pfarrer Marian Szalecki geht in den Ruhestand. Abschied von seinen Gemeinden St. Quirnus Millingen und St. Georg Haldern  nimmt er am Sonntag in St. Georg Haldern.
Pfarrer Marian Szalecki geht in den Ruhestand. Abschied von seinen Gemeinden St. Quirnus Millingen und St. Georg Haldern nimmt er am Sonntag in St. Georg Haldern.
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  • Marian Szalecki verabschiedet sich mit einem Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in St. Georg Haldern
  • Im Anschluss daran sind die Gemeindemitglieder zu einem kleinen Sektempfang in das Pfarrheim geladen
  • Pfarrer Marian Szalecki bleibt sich treu, er wagt Neues und zieht in die Propsteigemeinde nach Leipzig

Millingen/Haldern.  Eine große Feier wird es nicht geben. Verabschieden wird sich Pfarrer Marian Szalecki von seinen Gemeinde mit einem Gottesdienst am nächsten Sonntag um 10 Uhr in St. Georg Haldern. Im Anschluss ist ein Sektempfang im Pfarrheim geplant. „Aber nur einen kleinen“, sagt der 66-Jährige. „Was ich der Gemeinde zu sagen habe, wird Thema der Predigt sein“, kündigt er an.

„Ich will vor allem Gott und den Menschen hier danken“, sagt er. Denn wohlgefühlt hat sich Pfarrer Szalecki am Unteren Niederrhein und in seiner Seelsorgeeinheit. „Es war nicht nur die Arbeit, sondern auch Freude, weil mir die Menschen hier Heimat und Geborgenheit gegeben haben“, sagt er. Dass er nun seine Wirkungsstätte, in der er gut sechs Jahre gearbeitet hat, verlässt, sieht er als „normalen Akt“. „Das Leben teilt sich in Abschnitte, dieser geht zu Ende, ein neuer beginnt“, sagt er. Und blickt positiv in die Zukunft.

„Ein neues Buch wird aufgeschlagen“

Denn Veränderungen gehören für Pfarrer Marian Szalecki zum Leben. „Man sollte niemals zu lange an einem Ort bleiben“, sagt er. „Schon deshalb, weil sich die Menschen beginnen, einzurichten“, hat er festgestellt. Das betrifft auch ihn. „Wenn man sich zu lange an einem Ort bleibt, kommen einem plötzlich keine Ideen mehr, verliert man den Blick für mögliche Veränderungen. Gerade die seien wichtig, findet er. Denn die Geschichte schreibe sich Tag für Tag fort – auch die von Kirchengemeinden. „Bliebe ich länger, würde ich die geplanten neuen Strukturen nur aufhalten“, ist ihm bewusst.

Dass sie kommen, ist unabänderlich. Wie bekannt, wird in Kürze Michael Eiden Pfarrer für alle ehemals sieben selbstständigen katholischen Pfarrgemeinden sein. „Im Bild gesprochen: Das Buch von St. Georg und St. Quirinus wird in der bisherigen Form geschlossen, es wird nicht nur ein neues Kapitel aufgeschlagen – es wird ein neues Buch aufgeschlagen“, sagt Pfarrer Marian Szalecki.

„Viele sehen das nur negativ, nur skeptisch“, bedauert der Seelsorger. Solche Menschen sähen nur, dass die Kirche, die bisher viel Heimatgefühl tranportiert habe, dies verliere. „Aber der Wandel bringt auch Gutes“, sagt er mit Nachdruck. „Mehr Menschen, mehr Ideen“, blickt er in die Zukunft. Er glaubt, dass die Seelsorgeteams für eine Bereicherung sorgen werden.

Die Gemeinden Haldern und Millingen sieht er auf einem guten Weg. „Es ist alles gut bestellt. Es gibt viele Gruppen, Vereine, junge Leute, die sich engagieren.“ Szalecki hält es trotz kritischer Stimmen weiterhin für richtig, das Festival Haldern Pop in die Kirche geholt zu haben. „Die jungen Leute können sehr wohl zwischen Sacrum, zwischen dem, was Kirche ausmacht und dem, was Spaß ist, unterscheiden“, sagt er. „Wo Menschen sich freuen, tut es der liebe Gott auch!“, sagt er mit einem Lächeln.

Szalecki zieht nach Leipzig

Das auch Szalecki mal zurückstecken musste, tut ihm nicht weh. Stichwort: Lepra-Basar. „Wenn eine Sache stirbt, entwickelt sich was Neues“, sagt Szalecki. Beim Lepra-Basar habe er nach anfänglichen Anstoß für Neues noch die große Begeisterung bei der über Jahrzehnte gewachsenen Sache gespürt. So etwas dürfe man dann auch nicht ausbremsen, sagt er.

Szalecki selbst bleibt sich treu, wagt Neues. Er zieht nach Leipzig, wird im Bereich der Propstei-Gemeinde leben. Dort wird er keine seelsorgerische Verantwortung mehr haben, sich „nicht aufdrängen“, aber mitanpacken, wenn er in der Gemeinde gebraucht wird.

Er hat sich bewusst für Leipzig entschieden. Nicht nur, weil das eine Kulturstadt ist. Sondern vor allem, weil die Propstei-Gemeinde eine junge ist. Nicht nur die Seelsorger. „Als ich dort den Alltagsgottesdienst besucht habe, saßen 50 junge Leute in den Bänken“, erzählt der in Warschau geborene Seelsorger begeistert. Dort sei noch der Aufbruch nach den schweren Jahren für die Kirche während der DDR-Zeit spürbar. Dort hofft er eine neue Heimat zu finden. Also in Deutschland. Nicht in Polen. „Polen ist für mich Vaterland, aber nach über 30 Jahren ist Deutschland Heimat für mich.

 
 

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