Pastor Berthold Heuberg ist gestorben

Norbert Kohnen
Foto: NRZ

Hüthum. Die Nachricht ist ein Schock für die noch junge Seelsorgeeinheit: Ihr Leitender Pfarrer Berthold Heuberg ist tot. Er starb plötzlich mit nur 56 Jahren.

Fast 20 Jahre hat der gebürtige Reeser in Emmerich seelsorgerisch gewirkt und tiefe Spuren hinterlassen – zunächst als Pfarrer von St. Georg in Hüthum, und seit drei Jahren auch als Pfarrer von St. Martins Elten und St. Vitus Hochelten.

Auch Emmerichs Stadtpfarrer Peter Kossen war fassungslos und würdigte den Verstorbenen: „Er war den Leuten nah, mit ihnen verbunden. Das habe ich an ihm sehr geschätzt. Er war ein liebenswürdiger Mitbruder.“

In Esserden
aufgewachsen

Berthold Heuberg wurde als zweites Kind der Eheleute Maria und Hermann Heuberg am 22. April 1954 in Rees geboren und wuchs in Esserden auf. Mutter Maria lebte zuletzt bei ihrem Sohn Berthold und ist vor zwei Jahren 92-jährig gestorben.

Berthold Heuberg war ein Spätberufener. Nach dem Besuch der Volksschule in Rees absolvierte er eine Lehre und schloss diese als Textileinzelhandelskaufmann ab. 1977 startete er seine geistliche Laufbahn nach dem „Ahlener Modell“, das aus Praxisarbeit und Fernstudium besteht. Praxisgemeinde war St. Martini in Wesel. Seine Priesterweihe empfing er am 22. Mai 1983 im Dom zu Münster.

Als Kaplan wirkte er in den Pfarrgemeinden St. Vitus in Olfen/Westfalen, St. Gudula in Rhede und St. Georg in Auwel-Holt. Von dort wurde er als siebter Pfarrer und Nachfolger von Jack van Lent an St. Georg in Hüthum berufen. Die Einführung erfolgte am 5. Mai 1991, bis zuletzt wohnte er im Pfarrhaus Hüthum.

Er wolle kein Bau-Pastor werden, sagte er in seiner Antrittsrede, aber er kam nicht ganz drumherum. In seiner Amtszeit wurden die Grundsanierung des Kirchengebäudes abgeschlossen, der Kindergarten erweitert, ein Orgelbauverein und ein Kirchbauverein gegründet und das Pfarr- und Gemeindezentrum erweitert. Sein letztes großes Projekt waren die neuen Abschiedsräume am Friedhof, unermüdlich trommelte er für Spenden. Höhepunkte waren das 100-jährige Jubiläum der Kirche 2001 und sein 25-jähriges Priesterjubiläum 2008.

Berthold Heuberg wurde auch zum Baumeister der Seelsorgeeinheit Hüthum, Niederelten und Hochelten. In den letzten fünf Jahren haben drei ziemlich verschiedene Gemeinden mit zusammen 5444 Seelen näher zueinander gefunden - das war auch das Verdienst von Heuberg.

Berthold Heuberg stand mitten in seiner Gemeinde, pflegte gute Kontakte zu allen Gruppen. Er segnete alljährlich die Motorräder, öffnete sonntags Pastors Gartencafé, engagierte sich als Notfallseelsorger; unvergessen sind seine Büttenbeiträge bei der HNG. Seine ganz persönliche Krönung erlebte er 2001, als er bei den Georgschützen den Vogel abschoss – zum Jubel aller.

Er war beliebt und Mensch geblieben, nicht abgehoben. Ein Seelsorger im besten Sinne, der sich selbst nicht schonte. Nun muss das Bistum entscheiden, wie es weitergeht.

Samstag um 11 Uhr ist das Seelenamt, dann erfolgt die Beisetzung.