Ohne „Knooppunt“ läuft gar nichts

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Emmerich/Rees/Isselburg.  Was das Radfahren angeht, sind die Niederländer ein Sonderfall: „Da gibt es ganz andere Anforderungen“, sagt Dr. Manon Loock-Braun, die Emmericher Tourismuschefin.

Emmerich-Hüthum-Eltenberg-Stokkum-’s-Heerenberg-Klein-Netterden-Emmerich – so könnte die Route für einen Deutschen aussehen, wenn er sich aufs Rad schwingt. Der Niederländer nimmt einen Papierbügel zur Hand, auf den er Nummern schreibt. Die Nummern von Knotenpunkten („Knooppunt“), die per Beschilderung ausgewiesen werden. Im Nachbarland gibt es ein flächendeckendes Netz an Punkten. Meistens handelt es sich um markante Kreuzungen. „Ohne Knotenpunkte geht bei den Holländern gar nichts“, versichert die erfahrene Tourismuschefin.

Emmerich ist dabei, Anholt auch

Emmerich und Kleve haben investiert und entsprechende Knotenpunkte eingerichtet. Die Rheinpromenade 27, Sitz des ICE, ist zum Beispiel Knotenpunkt 1.

Teile Isselburgs (zum Beispiel Anholt) haben die beliebten Punkte auch, hier war es eine niederländische Organisation, die aktiv geworden ist. „Von unserer Seite her würde nichts gegen eine weitere Ergänzung der Knotenpunkte sprechen, aber soweit ich weiß, spricht sich unser bereits länger angewandtes System ,Radverkehrsnetz NRW’ gegen eine weitere Beschilderung aus“, schildert Tina Schumacher von Isselburg Activ.

Für Rees sind Nummern-Bändchen derzeit noch kein Thema, sagt der Fahrradbeauftragte der Stadt, Georg Messing. Die Stadt habe vor nicht allzu langer Zeit sich dem NRW-Radwegenetz angeschlossen und entsprechend die Beschilderung angepasst.

Die Stadt Rees setzt hier mehr auf die moderne Technik. 15 Radrouten können nämlich digital abgerufen werden – für das Navigationsgerät oder für das Smartphone, schildert Georg Messing: „Da ist man völlig frei von jeglicher Beschilderung. Das ist eine zukunftsweisende Technik.“