Nur keine Angst vor der Zukunft!

Wolfgang Bosbach war der Referent beim Hüthumer CDU-Tag. Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool
Wolfgang Bosbach war der Referent beim Hüthumer CDU-Tag. Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool
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Hüthum. Er hat sich etwas bewahrt von seinem ersten Leben als Supermarktleiter. Wolfgang Bosbach (58), Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, verkauft sich und die CDU zumindest in den Augen seiner Anhänger bestens. Für seine klare Kante – ob bei Anne Will oder in Hüthum – wird der Rheinländer geschätzt.

Bevor er zu seinem politischen Parforceritt vor über 100 Gästen im „Waldschlösschen“ ansetzte, drehte er im Fahrgastschiff „De Duffelt“ ein paar Runden. Der Hüthumer Yachthafen konnte wegen des Niedrigwassers nicht angelaufen werden. Auf der Rheinpromenade kam Bosbach mit Bürgern ins Gespräch. Einige müssen gemöppert haben, dass früher alles besser gewesen sei, aber das würde man in 20 Jahren auch von 2011 sagen, rät Bosbach zu mehr Gelassenheit und Optimismus.

Nicht alles, was in Deutschland schief laufe, sei gleich eine Katastrophe oder ein Skandal. Bosbach spricht frei heraus über die Sache, die Zukunft heißt und kompliziert genug ist und manchmal ganz einfach. Die drei wichtigsten Zukunftsinvestitionen seien Bildung, Bildung, Bildung. Damit Deutschland seinen Wohlstand wahren könne, müssen „wir besser und schneller“ sein als andere, denn „Niedriglohnland können wir nie werden“. Im übrigen, so sein tröstlicher Schluss, „brauchen wir keine Angst vor der Zukunft zu haben“.

„Er ist ein sympathischer Mensch, der die Bodenhaftung nicht verloren hat. Das war klasse!“, begeisterte sich Kurt Reintjes, Hüthums CDU-Chef, über den Promenaden-bummel. Dass Bosbach nach Hüthum kam, war dem Organisator des 25. Hüthum-Tages geschuldet, Helmut Arntzen, „Seele“ dieser Veranstaltungsreihe, als den ihn Vize-Bürgermeister Herbert Ulrich am Morgen im Rathaus gewürdigt hatte, wo sich Bosbach ins Goldene Buch eintrug. Der Wintergarten bei Braam erinnerte Bosbach an die heimische Terrasse in Bergisch-Gladbach, wo alles ländlich-idyllisch ist, bis die Kinder größer würden und der Weg zur nächsten Schule weit sei. Bosbach verteidigte eine vielfältige Schullandschaft gegen eine Einheitsschule, weil die Menschen mit verschiedenen Talenten gesegnet seien. Wie offenbar seine Töchter. Eine entgegnete ihm einmal: „Ein gutes Pferd springt immer nur so hoch wie es muss.“ Wolfgang Bosbach musste nicht hoch springen. Er war in Hüthum eben zu Hause.

 
 

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