Niederländische Ministerin für Zugverbindung Emmerich-Zevenaar

Norbert Kohnen
Die grenzüberschreitende Zugverbindung Emmerich-Zevenaar soll wiederbelebt werden. Foto: Dirk Schuster
Die grenzüberschreitende Zugverbindung Emmerich-Zevenaar soll wiederbelebt werden. Foto: Dirk Schuster
Foto: NRZ
Die grenzüberschreitende Zugverbindung Emmerich-Zevenaar soll wiederbelebt werden, so die zuständige niederländische Ministerin Melanie Schultz van Haegen. Wie und wann die Reaktivierung umgesetzt wird, ist offen. Bereits im Sommer muss eine Entscheidung über die Finanzierung her.

Emmerich. Ein feiner Zug der niederländischen Ministerin. Melanie Schultz van Haegen, zuständig für Infrastruktur und Umwelt, hat ihrem liberalen VVD-Parteifreund Charlie Aptroot zugesagt, dass die Zugverbindung Emmerich-Zevenaar wiederhergestellt wird, teilte Jan-Frens Bergman mit, Emmerichs FDP-Vorsitzender. Aptroot, Parlamentsabgeordneter in Den Haag und Sprecher für Verkehrs und Umwelt, hatte im Juni 2011 Emmerich besucht und sich für die Reaktivierung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs eingesetzt. Wie und wann die Reaktivierung umgesetzt wird, ist offen. Dazu müssen sich Deutsche und Niederländer auch übers Geld einigen. Die Zeit drängt.

Es liegen vier Betriebskonzepte vor

Laut Bergman soll der niederländische Konzessionär für den Personenverkehr die Verpflichtung erhalten, bis zum ersten großen Umsteigebahnhof, nämlich Duisburg, durchzufahren. In umgekehrter Richtung wäre für den Zug nicht mehr in Emmerich Endstation, sondern er würde durchfahren. Bergman: „Wir gehen davon aus, dass das der RE 5 aus Koblenz ist.“ Der nur wenige Minuten dauernde Halt wäre viel rentabler, als wenn der Zug in Emmerich endet und umdreht, so Bergman: „Das bringt Geld.“ Dem deutschen Transporteur sollen dieselben Konzessionen auferlegt werden wie dem niederländischen. Für Bergman können alle von dem Kundenaufkommen nur profitieren. Aptroot und Bergman gehen davon aus, dass die neuen Konzessionen keine Kosten für die Stadt Emmerich mit sich bringen.

Auch auf VRR-Ebene ist Bewegung in die Verbindung Arnheim-Nimwegen gekommen. Hintergrund: die Konzessionen für RE 5 und RB 35 laufen bis Ende 2016 aus. Im Sommer laufen die europaweiten Ausschreibungen an. Eine deutsch-niederländische Arbeitsgruppe unter Federführung des VRR hat vier Betriebskonzepte untersucht. Und danach sind je nach Konzept zwischen 1800 (Pendelverkehr Arnheim-Nimwegen unter Einbeziehung einer NL-Binnenlinie) und 2600 Fahrgästen (durchgehende Linie Düsseldorf-Arnheim) an Werktagen zu erwarten.

Künftig müssen Züge für drei Stromsysteme ausgelegt sein

Langfristig wird eine leichte Zunahme erwartet, heißt es in der Vorlage zur nächsten Versammlung des Nahverkehrs-Zweckverbandes (NVN) am 27. März. VRR und Ministerium favorisieren die durchgezogene Verbindung Düsseldorf-Arnheim, die Niederländer dagegen die Pendelverkehr-Variante. Bis Ende März sollen die Ergebnisse der Betriebsprüfung von DB Netz und Pro Rail und das Betriebskostengutachten für beide Modelle vorliegen. Danach soll die Finanzierung der zusätzlichen Betriebsleistungen geklärt werden, wobei das zuständige Düsseldorfer Ministerium erwartet, das sich auch die niederländischen Aufgabenträger an der Finanzierung der Betriebskosten beteiligen.

Künftig müssen alle Züge auf der Strecke Emmerich-Zevenaar-Arnheim für drei Stromsysteme ausgelegt sein. Obwohl der Bau von elektrischen Dreisystem-Triebzügen möglich ist, muss mit deutlich höheren Stückpreisen gerechnet werden. Deshalb sollen Fördermöglichkeiten geprüft werden. Sollten bis Sommer 2012 – Wettbewerbsverfahren für die RB 35 – nicht sämtliche Entscheidungen getroffen sein, sei die Verbindung Arnheim-Emmerich „für absehbare Zeit nicht mehr realisierbar“, heißt es in der NVN-Vorlage.

NRW-Landtagswahlen könnten Projekt verzögern

Verzögern könnten das Projekt die Landtagswahlen in NRW. Eigentlich war für den 11. Mai ein Treffen zwischen NRW-Abgeordneten und niederländischen Parlamentariern geplant. Doch das sei nach den aktuellen Entwicklungen in Düsseldorf unklar, so Bergman.

Ina Laarman, Niederländerin aus Emmerich-Hüthum, begrüßt die jüngste Entwicklung. „Das ist sehr schön. Alle Initiativen in dieser Richtung können wir gebrauchen.“ Laarman hatte im Januar 2011 Bürgermeister Johannes Diks 2200 Unterschriften für die Wiederaufnahme der grenzüberschreitenden Bahn/Bus-Verbindung überreicht: „Der Personenverkehr muss wieder kommen, aber ich glaube nicht, dass er so schnell kommt“, sagt Laarman.