Neue Vorklärung für Emmericher Klärwerk fertig

Norbert Kohnen
Mark Antoni,  technischer Geschäftsführer der Technischen Werke Emmerich, vor den neuen Vorklärbecken.
Mark Antoni, technischer Geschäftsführer der Technischen Werke Emmerich, vor den neuen Vorklärbecken.
Foto: WAZ FotoPool
Die biologische Kläranlage in Emmerich hat für 2,3 Millionen Euro eine neue, zweistraßige Vorklärung bekommen, die im Herbst in Betrieb geht.

Emmerich.  Ohne die reinigende Wirkung der Bakterien läuft in einer biologischen Kläranlage rein gar nichts. Sie tummeln sich in den sogenannten Belebungsbecken und tragen das Ihrige dazu bei, das Abwasser aus Emmerich von organischen Inhaltsstoffen zu reinigen, damit die behördlich festgelegten Grenzwerte bei Schadstoffen, beispielsweise CSB, eingehalten werden. Zum sauberen Schluss wird das mehrfach und gründlich gereinigte Abwasser dem Vater Rhein als Vorfluter eingeflößt.

Zersetzender Job

Aber auch schon bevor abermilliarden Tierchen sich unermüdlich an ihr zersetzendes Werk machen, hat das Abwasser an der Alten Reeser Landstraße bereits eine kleine Reise hinter sich. Nachdem das Abwasser mit Druckleitungen dem Klärwerk zugeführt ist - im Schnitt 15 000 bis 16 000 cbm pro Tag - durchläuft es die mechanische Vorreinigung (Rechen, Sandfang) und landet dann in der Vorklärung, in der sich die organisch belasteten Stoffe absetzen.

Und bei der Vorklärungsstufe hat sich einiges getan seit dem letzten Jahr. Für rund 2,3 Millionen Euro wurde eine neue, zweistraßige und rechteckige Anlage gebaut. Die parallel verlaufenden „Straßen“ ersetzen den alten, direkt dahinter liegenden Riesenbottich, der inzwischen viel zu groß dimensioniert ist für das rückläufige Abwasseraufkommen und entsprechende Kosten verursacht. Das Rundbecken wird aber nicht demontiert, sondern es dient künftig als Pufferbecken bei starken Regenfällen. „Es bringt einfach mehr Flexibilität und Betriebssicherheit“, sagt Mark Antoni, technischer Geschäftsführer der Technischen Werke Emmerich (TWE). Die beiden Becken haben zusammen ein Volumen von einigen hundert Kubikmetern, das alte aus den 80er Jahren brachte es auf ein stolzes Fassungsvermögen von weit über 2000 cbm. Doch solche Wassermassen kommen hier bei trockenem Wetter nicht mehr zusammen, weil sich Privathaushalte und Industriefirmen viel umwelt- und damit auch kostenbewusster verhalten.

Üble Gerüche

Außerdem würde sich das Abwasser bei anhaltender Trockenheit viel zu lange in dem großen Becken sammeln. Die unangenehmen Folgen: Wenn das Wasser zu lange steht, beginnt es zu faulen und zu stinken. „Eine Aufenthaltsdauer von zehn Stunden ist definitiv zu lange“, betont Antoni. Bei den viel kleiner dimensionierten neuen Becken liegt die Verweildauer des Abwassers nur noch bei einer Stunde.

Und so haben die Technischen Werke vor anderthalb Jahren mit der Planung für die neue Vorklärung begonnen. Der Startschuss für die Investition fiel im Oktober vorigen Jahres. Bis auf die Elektronik ist inzwischen auch schon alles fertig, so dass die neue Anlage im Herbst eingeweiht und in Betrieb gehen soll.