Das aktuelle Wetter Emmerich 6°C
Ausbildung

Neue Facette des Emmericher Modells

11.06.2012 | 20:00 Uhr
Neue Facette des Emmericher Modells
Ein Auszubildender (r.) arbeitet an einer Drehbank. Emmerich bietet für eine Stadt mit 30 000 Einwohnern erstaunliche viele Berufsfelder – rund 50 – und damit Perspektiven auch für Haupt- und Realschüler, vor Ort einen Ausbildungsplatz zu finden. „Berufe live“ möchte die Schüler mit der Betriebswelt direkt vor der Haustür vertraut machen. Archivfoto: Axel Schmidt/dapd

Emmerich.   Jugendliche können in Betriebe hinein schnuppern, die direkt vor der Haustür liegen.

Irgendwo hakt es. Immer wieder ist aus Personaletagen zu hören, dass sich weitaus mehr Jugendliche aus umliegenden Städten um einen Ausbildungsplatz in Emmerich bewerben würden als aus Emmerich selbst. Bei einem Unternehmen kamen von 50 Bewerbern nur fünf aus Emmerich.  Viele Jugendliche gehen lieber noch zwei Jahre aufs Berufskolleg, das dann nicht wenige ohne einen verbesserten Schulabschluss verlassen und somit nicht weiter gekommen sind als vorher. Das „Emmericher Modell“, das die Stadt mit ihrem Partner Theodor Brauer-Haus 2008 ins Leben rief, ist also noch ausbaufähig.

Die Ausgangslage für die Schüler scheint optimal zu sein: 220 Emmericher Betriebe bilden in annähernd 50 verschiedenen Berufsfeldern aus. „Das ist eine ganze Menge“, findet auch Bürgermeister Johannes Diks, „hier macht sich der breite Mittelstand deutlich“.

Stell dir vor, es gibt 220 Betriebe und keiner geht hin – so schlimm ist es nicht, aber es besteht Handlungsbedarf. Das wurde dem Bürgermeister bei rund 30 Firmenbesuchen zu Jahresbeginn noch einmal deutlich: „Viele stellten fest, dass wenige Bewerber aus dem heimischen Bereich kommen und kleinere und mittlere Unternehmen gar nichts kriegen.“ Beispielsweise Q-Railing an der Marie Curie-Straße, obwohl es sich um einen größeren Mittelbetrieb handelt, der auf Geländersysteme spezialisiert ist. 

Um Jugendlichen einen ersten Kontakt zu Emmericher Firmen zu ermöglichen, hat Diks „Berufe live“ initiiert, als „Ergänzung“ des Emmericher Modells und nicht als Konkurrenz zu anderen lobenswerten Veranstaltungen wie die Top Job-Börse der BGE, betont Diks und weist deren Kritik zurück: „Wenn ich was mit der BGE gemacht hätte, was hätten dann die anderen Parteien gesagt?“ Er habe Top Job nie schlecht geredet.

Am Donnerstag, 14. Juni, ist es soweit. Rund 30 Betriebe öffnen von 16.30 bis 20 Uhr ihre Tore. 200 Schüler haben sich angemeldet; jeder kann in vier Firmen hineinschnuppern. 450 Termine wurden vereinbart. Ab 17 Uhr pendeln Shuttle-Busse zwischen PAN und den jeweiligen Firmen hin und her.

Es ist ein immenser Aufwand betrieben worden und bedurfte einer logistischen Meisterleistung des Fachbereichs Arbeit und Soziales. Diks ist schon jetzt überzeugt, dass alles klappt, und für Andrea Schaffeld (TBH) schreit die Premiere von „Berufe live“ schon jetzt nach einer Wiederholung.

Norbert Kohnen

Kommentare
14.06.2012
07:54
Übeflüssige Kosten, mal wieder für die Bürger
von Fischerort15 | #2

Nun lieber BürgervomNiederrhein, ich denke die Antwort auf Ihren Frage kenne Sie auch schon.

WIe sagt der BM" er hätte TopJob nicht schlecht...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Eine Formel mit Garantie in Anholt
Freizeit
Kirmes plus Musik plus (oft) Sonne. 66. Stiftungsfest des Grenzland Tambourkorps Anholt und die Pfingstkirmes lockten am langen Wochenende.
Dennis Ricken regiert Schützen in Bienen
Brauchtum
Die St. Lambertus-Schützen Bienen haben einen neuen König. Als Rickens Zugkameraden ihn mit der „Sänfte“ ins Festzelt tragen wollen, landet er auf dem...
Machen Städterpartnerschaften noch Sinn?
Die Frage der Woche
Emmerich hat drei Partnerstädte: Silute in Litauen, Kirkland in den USA und King’s Lynn in England. Alle drei Partnerschaften haben schon lebendigere...
450 Tonnen liegen auf dem Grund
Wirtschaft
Seit 1993 pumpt Rees sein Abwasser durch eine Rohrleitung, die drei Meter unter dem Flussbett lagert, ins Klärwerk Hönnepel. Und alle sind zufrieden
Als der Vopo vom Moped sprang
Wiedersehen
Vor 25 Jahren brachen NRZ-Leser in Wohnmobilen auf, um den Osten zu entdecken. Es wurde eine Fahrt von Freunden zu Freunden. Wiedersehen in Emmerich.
Fotos und Videos
Elten rockt
Bildgalerie
Konzert
Vorstellung in Anholt
Bildgalerie
Zirkuskinder
Baumspinat und Mikrowellenkürbis
Bildgalerie
Blumenmarkt
10 Bands in 10 Kneipen
Bildgalerie
Kneipennacht
article
6757513
Neue Facette des Emmericher Modells
Neue Facette des Emmericher Modells
$description$
https://www.derwesten.de/staedte/emmerich/neue-facette-des-emmericher-modells-id6757513.html
2012-06-11 20:00
Emmerich