Nabu verteidigt Auenwald-Projekt

Dickicht in einem Auenwald.
Dickicht in einem Auenwald.
Foto: NABU-Naturschutzstation NRZ
Landwirte und Deichschau hatten jüngst Bedenken geäußert, in der Emmericher Ward mehrere Teilstücke zu Auenwäldern umwandeln zu wollen. Der Nabu verteidigt das Projekt. Es ginge nicht um das gesamte Naturschutzgebiet, bereits bestehende Waldflächen sollen ergänzt werden.

Emmerich.  Landwirte und Deichverband haben jüngst in der NRZ Bedenken zu einem Projekt des Nabu geäußert. Wie berichtet, sollen Teile der Emmericher Ward in einen Auenwald umgewandelt werden. Landwirte sorgen sich um ihre Acker- und Weideflächen, die Deichschau sieht den Hochwasserschutz gefährdet. Der Nabu verteidigt die Pläne und fürchtet, dass der Artikel zu Missverständnissen führen könnte. Adalbert Niemers, zweiter Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes Kleve, äußert sich in einer Stellungnahme.

Das Life-Projekt in der Emmericher Ward beinhalte nicht die Umwandlung des gesamten Naturschutzgebietes in einen Auwald, „sondern lediglich die Ergänzung bereits vorhandener Auwald-Parzellen im Westen des Gebietes durch zusätzliche Auwald-Parzellen auf zirka sechs bis sieben Prozent der Gesamtfläche, und zwar unter anderem im Anschluss an die Anpflanzung der Deichschau, wo die Flächen für den Wiesenvogelschutz nur eine geringe Bedeutung haben“, heißt es in der Stellungnahme von Adalbert Niemers. „Nur die Hälfte dieser in Staatsbesitz befindlichen Flächen wird landwirtschaftlich genutzt.“

In dem bereits vorhandenen Auwaldbereich soll „in Rheinnähe eine Nebenrinne geschaffen werden, die eine stärkere Durchströmung ermöglicht“. Zudem versuche der Nabu, „die Ausbreitung von flächigen Gehölzen in großen Bereichen durch landwirtschaftliche Nutzung (...) und durch Rodungsarbeiten zu verhindern.“

Das Konzept sehe vor, dass die Unterhaltung „auch in finanzieller Hinsicht dem Land NRW beziehungsweise der Bezirksregierung obliegt.“ Eine seit langem gewünschte Entschlammung der Altrheinarme sei aus Kostengründen dagegen bisher nicht realisiert worden. Die aus Sicht des Nabu optimale Maßnahme für eine stärkere Durchströmung und somit für eine Verringerung der Verschlammung, nämlich „die Anlage einer langen Nebenrinne durch den Altrhein und durch den Eisenbahndamm Welle bis zur Landesgrenze“, konnte nicht realisiert werden, weil dadurch privat-landwirtschaftliche Nutzflächen verloren gingen.

 
 

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