Modernste Tablet-Technik im Klassenraum der Grundschule Leegmeer

Wie in diesem Beispiel im Englisch-Unterricht, sollen Tablets die Arbeit der Lehrer erleichtern.
Wie in diesem Beispiel im Englisch-Unterricht, sollen Tablets die Arbeit der Lehrer erleichtern.
Foto: Getty
Die Grundschule Leegmeer nimmt ab dem 22. Mai an einer Pilot-Studie teil. Schüler einer zweiten Klasse sollen sogenannte Tablet-PCs für den Unterricht erhalten und so Erlerntes besser vertiefen. Schulleiterin Nadja Scherer hofft, so Schüler besser individuell fördern zu können.

Leegmeer..  Es war eine schwere Geburt, die Nadja Scherer einiges an Nerven gekostet hat, gibt die Leiterin der Grundschule Leegmeer zu. Aber die Hürden sind genommen: Am 22. Mai startet die Schule ein Pilotprojekt mit Tablet-PCs. Dabei sollen die Schüler einer zweiten Klasse mit den flachen, kleinen Computern für den Unterricht ausgestattet werden.

Initiator der Studie ist das niederländische Unternehmen Snappet. Mit mehr als 100 Schulen hat die Firma im Nachbarland schon gearbeitet, jetzt möchte sie ihre Idee auch deutschen Schulen näherbringen. Das Konzept: Die Kinder lösen verschiedene Aufgaben, der Computer analysiert den Lösungsweg des Kindes und kann entsprechend reagieren. Braucht ein Schüler lange Zeit, um eine Aufgabe zu erledigen oder ist das Ergebnis falsch, ist die nächste Aufgabe ein bisschen einfacher. Der Lehrer hat zeitgleich einen Überblick über den Fortschritt der Schüler. Er sieht sofort, bei wem es hakt, und kann sich um den entsprechenden Schüler kümmern. „Das ist individuelle Förderung wie sie sein soll“, sagt Nadja Scherer, ihre Freude ist deutlich zu hören.

Hilfe bei Inklusion

Dabei wäre das Projekt beinahe gescheitert: Die Daten der Tablets werden via Internet geladen. Für diese Datenmenge ist die Internetleitung der Schule allerdings zu schwach. Eine mobile Internetverbindung wäre eigentlich zu teuer, denn dafür benötige man einen speziellen Router, weiß Nadja Scherer. Kostenpunkt: rund 900 Euro. Doch nach langem Hin und Her hat sie eine Internet-Firma überzeugt, ein Leihgerät zur Verfügung zu stellen. Für Leihgebühren und Flatrate-Kosten reicht das Schul-Budget.

Im Moment erarbeitet der Lehramts-Praktikant der Leegmeer-Schule als Honorarkraft die Aufgaben für den Projekt-Zeitraum. Sie sollen die Bereiche Mathematik und Sprache abdecken. Die Tablet-Studie wird dann rund einen Monat dauern. Wie es danach weitergeht? „Das müssen wir sehen“, sagt Scherer. Aber: Diese Art zu unterrichten würde vieles im Schulalltag erleichtern, da ist sich die Schulleiterin sicher. „Die Inklusion kommt in großen Schritten auf uns zu“, sagt sie. Die Arbeit mit den Tablets sei „eine tolle Möglichkeit“, diese große Herausforderung zu meistern. Alle redeten von individueller Förderung, so Scherer. „Wenn das Projekt so läuft wie ich mir das vorstelle, könnten wir Lehrer tatsächlich auf die Bedürfnisse eines jeden Schülers individuell eingehen.“

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