Mit der Lupe fündig geworden

Foto: www.blossey.eu

Klein-Netterden.  Der Berg hat abermals gekreißt und gebar kein mickriges Mäuschen. Nach gründlicher Prüfung wurden drei geeignete Gebiete für Windenergieanlagen am privilegierten Rande des Stadtgebietes gefunden, gute 60 Hektar. In Vrasselt etwa drehen sich die Rotorblätter längst, auch südlich der A 3 produzieren mittlerweile drei Anlagen Strom. Im Hetterbogen werden jetzt drei weitere Flächen ausgewiesen, wo sich Landwirte etwas hinzuverdienen können.

Warum mehr Windmühlen? Die Antworten liegen auf der Hand: der Klimawandel, ein neuer Windenergieerlass (neue Regelung darin: 600 statt bisher 500 m Abstand zu Wohnsiedlungen), der Ausstieg aus der Atomenergie und die zur Neige gehenden fossilen Energieträger. Alles zusammen hat die Aktien für erneuerbare Energien steigen lassen. Hinzu kommt ein Antragsdruck von Seiten interessierter Betreiber.

Unter Schutz

Diesen Trends konnte sich auch die Stadt Emmerich nicht entziehen, eben so wenig der Aufforderung der Bezirksregierung nach weitergehenden artenschutzrechtlichen Untersuchungen.

So furchtbar viele Anhänger hatte die befürchtete Verspargelung der Landschaft in der Politik bisher nicht. Emmerich scheidet aber als etwaiger Vorreiter bei der Ausweisung von Konzentrationszonen schon deshalb aus, weil weite Teile des Stadtgebietes unter Schutz stehen: FFH oder Landschaftsschutz, diese Flächen sind tabu. Quasi mit der Lupe in der Hand ist die Verwaltung beim Blick auf den Stadtplan dennoch fündig geworden. Lesart ist aber, dass die Stadt auch künftig der Windkraft nicht Tür und Tor öffnet. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat der Ausweisung neuer Zonen in seiner Sitzung grünes Licht gegeben.

Konzentrationszone 1 ist ein 11,6 Hektar schmaler Längsstreifen und verläuft von der Autobahnanschlussstelle bis zur Dürkolfstraße. Die Grenze wurde nach den Vorgaben des Windenergieerlasses NRW (2015) nach Osten verschoben. Die Anlagen müssen komplett innerhalb der Zonen liegen, die Rotorblätter nicht überragen.

Konzentrationszone 2 ist 16,6 Hektar groß und liegt zwischen A 3 und Grenze beidseits der Vogelfleckstraße. Die nördliche Abgrenzung wird durch ein Industriegebiet in ’s-Heerenberg gebildet. Der geringste Abstand beträgt 175 m. Unzulässige Störungen, z.B. Schattenwurf, sind möglich. Das soll bei der Standortauswahl berücksichtigt werden. Im Westen und Osten werden die Tabuzonen zum Wohnbereich ‘s-Heerenberg und zu Gehöften berücksichtigt.

Konzentrationszone 3 ist 30 Hektar groß und erstreckt sich südlich der Grenze zwischen Asseltschem Weg und Zum Frauenmaad.

Konzentrationszone 4 ist 14,7 Hektar groß. Lage: Steinackerweg zwischen den Hofstellen Zum Frauenmaad 90 und Steinackerweg 80. Die westliche Grenze bildet das ehemalige Bundeswehr-Munitionsdepot.

 
 

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