„Missachtung der Dorfbevölkerung“

Empel.  Unter der „sehr ausgleichenden Leitung“ der Bezirksregierung Düsseldorf ging die Erörterung des Abschnitts Empel-Millingen für die beteiligten Bürger weitgehend enttäuschend zu Ende, meldeten sich jetzt Ortsvorsteher Cornelius Meyboom und Gerd Klinkhammer, ehemaliger Verwaltungschef, zu Wort. Die viel günstigere Kostenlösung der Meyboom-Variante stehe „offensichtlich unter dem kompromisslosen Denkverbot des Landesverkehrsministers, der wohl auch unser Städtebauminister sein sollte?“, heißt es wörtlich. Sie sprechen von einer „arroganten Grundsatzentscheidung“, die „einfach schäbig“ sei, was sicher den nicht gewollten Zulauf zu den Wutbürgern stärke.

Wie sie erfahren haben, sollen im Vorfeld dieser Grundsatzentscheidung auf dem Bahnübergang in Empel Zählungen von Pkw und Fußgängern durchgeführt worden sein. „Wohl von während deren Bürozeiten des Verkehrministerium, wahrscheinlich zwischen 11 und 15 Uhr“, heißt es ironisch. Mit einem für die DB Netz AG „erfreulichen“ Ergebnis“, fahren sie fort. Was in kleinen Dörfern außerhalb des Berufsverkehrs wohl nicht verwunderlich sei.

Nicht einmal von der kaiserlichen Bahn seien die Dörfer vor 100 Jahren zerschnitten worden, nun aber werde dies mit der Betuwe geschehen. In Empel sogar, obwohl die Meyboom-Variante mit Sicherheit keine höheren Kosten mit sich gebracht hätte als die neue Fußgänger- und Radlösung. Sie sei offenbar nicht einmal durchgerechnet und diskutiert worden. Es werde, so Klinkhammer, billigend in Kauf genommen, die Bürger zu gefährden. Er und Ortsvorsteher Meyboom sehen darin eine grobe Missachtung der Dorfbevölkerung seitens des Verkehrsministers.