Millinger Jecken zünden Feuerwerk zum Jubiläum

In der Gaststätte Jonkhans war bei der Millinger Karnevalssitzung zum Jubiläum eine Menge los.
In der Gaststätte Jonkhans war bei der Millinger Karnevalssitzung zum Jubiläum eine Menge los.
Foto: FUNKE Foto Services
Zum 50. Geburtstag präsentierten sich die Jecken des Millinger Carnevals-Vereins nebst Gästen in Hochform. Der Narrensaal Jonkhans war vollbesetzt.

Millingen.  „50 Jahre und kein bisschen leiser“, so lautet das Motto des Millinger-Carneval-Vereins im Jubiläumsjahr. Sitzungspräsident Ludger Jordan versprach den Karnevalisten im vollbesetzten Narrensaal Jonkhans ein „picke-packe-volles Programm“. Was weit untertrieben war. Die Narrenburg mutierte zur einer Raketenabschussrampe.

Der überraschende Auftritt der kecken neunjährigen Leni Westerhoff brachte die Karnevalshochburg mit einem ohrenbetäubenden Applaus zum Überkochen. Graziös und souverän übernahm das MCV Ballett mit dem anmutigen Funkentanz den Auftakt des über vierstündigen Programms.

Als Frau im besten Alter philosophierte Johanna Beckmann über das ideale Alter der Männer, setzte sich kritisch mit ihren Bemühungen auseinander, jung zu bleiben und regte an, für reifere Frauen einen neuen Service beim ADAC einzurichten: „Anrufen und von zu Hause abschleppen lassen!“

Als „Hahn im Korb“ fühlte sich Till Schmenk zwischen sechs Tanzmäusen offensichtlich sehr wohl. Für die Choreographie würdigte der Sitzungspräsident und das Publikum Nicole Hövelmann.

Zum Jubiläum ließen es sich einige ehemalige Aktive nicht nehmen, den Karnevalshut wieder zu reaktivieren, und in die Bütt zu steigen. So ein „Disharmoniker der ersten Stunde“, Hans-Bernd Rücker. Aus dem Liedgut von 50 Jahren MCV arrangierte er die besten Titel.

Beifall begleitete den „Alt-Aktivisten“ Claus Westerhoff bereits auf dem Weg in die Bütt, der „mal wieder sein altes Kostüm ausgepackt“ hatte. Die Höhepunkte aus der Schulzeit und seiner Ehe setzte er brillant in Szene. Gerade die kecken Dialoge mit seiner selbstbewussten neunjährigen Tochter lösten Begeisterungsstürme aus.

Von 1978 bis 2005 begleiteten die Dandys die MCV-Sitzungen. „Kapellmeister“ Hans Schuch sowie Karl-Rudi Etzbach, Karl Heinz Teriete und Norbert Meyer überbrachten als Erinnerung musikalische Glückwünsche.

An vergangene Tage erinnerte sich Pie Galle alias Christoph Gal, mit ausdrucksvoller Gestik und Mimik, und teilweise derben Erzählungen. Bei der Namensgebung ihres Hundes „Sex“ vergriff sich Oma Fine (Jörg Minten) wohl in der Wortwahl. Ihre Probleme dadurch gab sie zum Besten.

Wie seit 42 Jahren fieberten insbesondere die Frauen dem Auftritt des Männerballetts entgegen. Der „heiße“ Showtanz „Everybody“ brachte die Närrinnen fast an den Rand der Verzweiflung. Vor dem großen Finale heizten die Diasharmoniker das närrische Publikum noch einmal ein und animierten sie zum Mitsingen und Tanzen.

Sitzungspräsident Ludger Jordan ehrte zwischenzeitlich noch treue Mitglieder: Josef Obbing, Hans-Bernd Rücker und Herbert Köpp für 50 Jahre, Mathias Venhoeven für zehn Jahre Millinger Karneval.

 
 

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