Marcel Großbongardt ist neuer Küster in Millingen

Marcel Großbongardt ist neuer Küster der St. Quirinus Kirche. Frömmigkeit, Verschwiegenheit und einen Sinne für Schönheit gehören für den gebürtigen Essener zu den wichtigsten Eignungen eines Küsters.
Marcel Großbongardt ist neuer Küster der St. Quirinus Kirche. Frömmigkeit, Verschwiegenheit und einen Sinne für Schönheit gehören für den gebürtigen Essener zu den wichtigsten Eignungen eines Küsters.
Foto: FUNKE Foto Services
Am Sonntag ist Marcel Großbongardt noch keine eineinhalb Monate im Amt und wird schon den zweiten Bischof während seines Dienstes kennenlernen.

Millingen.  Nicht einmal eineinhalb Monate wird Marcel Großbongardt im Amt sein, schon lernt er in seinem neuen Amt als Küster den zweiten Bischof kennen. Am 28. Juli war Moses Prakasam, Bischof der Diözese Prakasam (Indien), zu Gast in St. Quirinus Millingen, am 14. August wird Bischof Francis Aquirinus Kibira vom Bistum Kasese (Uganda) in der Millinger Kirche das Pontifikalamt zelebrieren.

In den Pfarrnachrichten hatte der heute in Empel lebende Großbongardt von der Ausschreibung gelesen. „Das hat mich interessiert, weil es ein Dienst mit langer Tradition ist, außerdem war ich quasi schon ausgebildet“, so Großbongardt. Eine lange Freundschaft verbindet ihn nämlich mit Patrick Schroers, dem Domküster von St. Peter Köln. Als dieser noch an St. Georg in Bocholt tätig war, hatte sich Großbongardt bewundernd über dessen Dienst geäußert. „Woraufhin er mir alles gezeigt hat, ich war dort quasi sein Schatten.“

Nun hat der gebürtige Essener den Dienst in St. Quirinus übernommen. Er beherzigt, was ihn Patrick Schroers vor Jahren gelehrt hat. „Zieh beim Dienst den Talar an, dann arbeitest du anders. Was stimmt, alles passiert dann ohne Hektik“, hat der Empeler gespürt. Für ihn beginnt der Gottesdienst lange bevor der Pfarrer die Kirche betritt oder die Orgel einsetzt. „Der beginnt für mich mit dem Auslegen der Gewänder“, sagt er. Das ist aber nur eine von vielen Aufgaben, die er vor dem Gottesdienst zu erledigen hat. Zu seinen Aufgaben gehört das Richten der Altargeräte, die liturgischen Bücher an der entsprechenden Stelle aufzuschlagen und einiges mehr. „Irgendwie bin ich auch ‘Mädchen für alles’“, gibt er zu. Ohne dass es ihn stört.

Seinen Hauptfeind, wie er schmunzelnd bekennt, hat er in der kurzen Zeit schon ausgemacht. „Das ist der Wachs“, sagt der 38-Jährige. Immer wieder fließt davon etwas auf die Altardecke oder andere liturgischen Tücher. Dann holt Großbongardt Löschpapier und Bügeleisen hervor und bügelt es akribisch heraus. Auch bei den Gewändern ist er penibel. Hat mal was Knitterfalten bekommen, plättet er es. „Waschen muss ich normalerweise nicht, dafür habe ich eine liebe Dame an der Hand“, sagt er verschmitzt.

Was braucht es, um für das Küsteramt geeignet zu sein? Frömmigkeit“, sagt Großbongardt. Denn im Dienst müsse man ein Auge auf alles haben. Da werde die Andacht schon mal zurückgedrängt. „Das kann man dann mit Frömmigkeit kompensieren“, sagt er. Aber auch Verschwiegenheit ist wichtig. Viele kämen zu ihm, um ihm etwas anzuvertrauen. „Ich sage immer, ‘Auch in der Sakristei gilt das Beichtgeheimnis“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Als drittes wichtiges Kriterium nennt er einen Sinn für Schönheit. Schließlich gelte es auch Blumen zu arrangieren, das Altargerät ästhetisch zu arrangieren.

Ein paar Neuerungen hat er auch mitgebracht. Oft erklingt liturgische Musik, wenn die Besucher die Kirche betreten, die übrigens Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 18 Uhr offen ist. Was Großbongardt richtig findet. „Sonst wäre die Botschaft falsch“, sagt er schlicht. Auch für das Nutzen des Taufbeckens macht er sich stark. „Das Kind über eine Schale halten, wie in der Vergangenheit oft geschehen, gefällt ihm nicht“, sagt er. Die Taufe über dem Becken findet er schön und „das richtige Zeichen“.

 
 

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