Lektion in Sachen Lärm

Maria Raudszus
Arndt Klocke (MdL), Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, radelte mit 20 Grünen aus dem Kreisgebiet entlang der Betuwe-Route von Millingen nach Haldern, um sich ein Bild von den Gegebenhei
Arndt Klocke (MdL), Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, radelte mit 20 Grünen aus dem Kreisgebiet entlang der Betuwe-Route von Millingen nach Haldern, um sich ein Bild von den Gegebenhei
Foto: WAZ FotoPool
Arndt Klocke (MdL), Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, radelte entlang der Betuwe.

Millingen/Haldern.  Der Tenor im Düsseldorfer Landtag umschrieb Arndt Klocke so: „Es wird Zeit, dass sich in Sachen Betuwe endlich etwas tut, die Region dort ist ländlich geprägt, also Platz genug für das dritte Gleis.“ Gestern nun – bei der Maitour der Reeser Grünen – wurde dem Verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Landtag im Detail klar, wie -- im wahrsten Sinne des Wortes einschneidend – die Betuwe das Leben in Millingen, Haldern und anderswo verändern wird.

Klocke, zunächst mit der Bahn nach Millingen gefahren, erhielt seine erste Lektion schon am dortigen Bahnhof. Auch wenn gestern, an einem Feiertag in Deutschland und den Niederlanden, nicht so viel Güterfernverkehr auf die Strecke geschickt wurde, mussten er und seine Begleiter doch fünf Minuten mit dem Rad vor den Bahngleisen auf das Vorbeidonnern eines Kesselzuges mit 40 bis 45 Anhängern warten. „Eine Unterhaltung war nicht möglich“, so der Landtagsabgeordnete.

Wie schwierig es ist, das dritte Gleis zu platzieren, wie viele Anwohner aktuell durch Lärm belästigt werden, all das hat Klocke gesehen. „Wir müssen dringend etwas tun, wir sind den Niederländern gegenüber auch in der Bringschuld“, sagte er in Hinblick auf den 1992 unterschriebenen Staatsvertrag. Dabei dürfe es aber auf keinen Fall eine weitere Blockverdichtung ohne Lärmschutz geben. Bruno Jöbkes, Direktkandidat für die Bundestagswahl, der ebenfalls in Rees in die Pedale trat, machte noch einmal deutlich, dass die Kommunen dringend von ihrer Drittel-Beteiligung entlastet werden müssten, um sie nicht „in den Ruin“ zu treiben. Helmut Wesser, Fraktionschef der Reeser Grünen, sprach den Aspekt Sicherheit an. „Dafür muss Knowhow und Ausrüstung von außen kommen“, forderte er. Zudem forderte Wesser die im Staatsvertrag festgeschriebenen Entlastungsstrecken wieder ins Gespräch zu bringen. „In dieser Sache werden wir in nächster Zeit richtig Druck machen“, versprach Klocke. Die Forderung nach Sicherheit entlang der Strecke sah auch der Verkehrspolitische Sprecher als „äußerst dringlich“ und „nachvollziehbar“ an.