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Leinen los! „Aubi“ nimmt Fahrt auf

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Foto: WAZ FotoPool
Fast ein Jahr hat sich die Abfahrt des Katamarans verzögert. Am Mittwoch, den 7. März, hat er den Liegeplatz am Mahnensee verlassen.

Rees. 

Es sollte eine Reise über die Meere der Welt werden, sie führte in den Mahnensee. Erst einmal. Nach knapp acht Monaten Aufenthalt in Rees lief die „Aubi“ jetzt aus.

Uschi und Armin Birkle haben in Freiburg alle Zelte abgebrochen, Häuser und Firmen verkauft, und sich einen Lebenstraum erfüllt. In der Werft von Thomas Coenen in Kleve ließen sie einen Katamaran aus Aluminium nach ihren Wünschen bauen.

„Aubi“ wurde vor einem Jahr in Kleve zu Wasser gelassen wurde. Doch bevor es losging, hatte Niedrigwasser den Niederrhein erreicht. Das knapp 15 Meter große Schiff saß vor der Schleuse Brienen auf dem Trockenen. Bis zum 29. Juni. Da machte das Schiff im Emmericher Zollhafen Station, um die restlichen Formalitäten vor dem Start gen Norwegen zu erledigen. Noch fehlte ein wichtiges Ersatzteil. Zulieferfirmen waren unzuverlässig, falsches Material wurde geliefert.

Es sollte nur ein Zwischenstopp sein

Die „Aubi“ suchte eine kurzfristige Anlegemöglichkeit und fand dank eines Clubmitglieds aus Bocholt am 13. Juli einen Liegeplatz im Wassersportclub WSC Rees am Mahnensee. „Das war unser großes Glück, denn es stellten sich weitere technische Schwierigkeiten ein. Gut, dass diese vor Ort ausgebessert werden konnten und uns nicht auf offener See trafen“, denkt Uschi Birkle zurück. Und so wechselten sich Niedrig- mit Hochwasser ab, heiße Tage auf dem Aludeck im Frühjahr wurden abgelöst von wochenlangem Regen im Sommer. Nebel, wenig Schnee und zuletzt viel Eis erlebten die Birkles auf dem Mahnensee.

So war der Aufenthalt von Armin Birkle auch für den Hafen von Vorteil. Er beteiligte sich an dem Bau der neuen Steganlage und hatte im Winter ein Auge auf die Schiffe. Einen einsamen Heiligen Abend verbrachten sie an Bord, dann wieder lenkte sie Besuch von der Familie von weit her ab, Freunde reisten an und Birkles fanden Freunde in Rees. Fit hielt sich das Ehepaar noch bis Ende Oktober durch Schwimmen im glasklaren See, Turnübungen auf dem Trampolin auf dem Oberdeck und lange Radtouren. Oft auch in die Innenstadt. So profitierte auch die Reeser Geschäftswelt von ihrem Aufenthalt.

Als der triste November das Leben im Hafen einschlafen ließ, ging Uschi Birkle mit Begeisterung daran, für die NRZ Termine wahrzunehmen und darüber zu berichten. Immer ganz nah am Menschen und voller Bewunderung für die niederrheinische Mentalität, die ihr als gebürtige Schwetzingerin, die die meisten Jahre ihres Lebens in Freiburg verbrachte, neu war.

Die Abnahme und Hochsee-Klassifizierung des Katamarans durch den Germanischen Lloyd und Stürme im Herbst und Winter schoben die Fahrt über die Meere immer wieder auf. Bis gestern. Da hieß es „Leinen los“. Ab in die Niederlanden. Hier werden Uschi und Armin Birkle sich endlich mit dem fahrenden Schiff vertraut machen können, bevor sie europäische Gewässer verlassen.