Länger gemeinsam lernen – Sekundarschule eröffnet NRZ-Serie zur Schullandschaft

Emmericher Kinder könnten ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Sekundarschule besuchen.
Emmericher Kinder könnten ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Sekundarschule besuchen.
Foto: dapd
Emmerich diskutiert die Einführung einer Sekundarschule. SPD und Grüne sind dafür, die CDU mittlerweile auch. Doch was steckt hinter der neuen Schulform? Die NRZ durchleuchtet im ersten Teil der neuen Schulserie das Konzept der Landesregierung.

Emmerich.  Nach dem Willen der Politik soll auch Emmerich bekanntlich demnächst eine Sekundarschule bekommen. Nach der SPD und den Grünen hat sich jüngst auch die CDU für die Einführung der neuen Schulform ausgesprochen. Ab dem Schuljahr 2014/2015 soll es demnach in Emmerich noch das Willibrord-Gymnasium und die neue Sekundarschule geben. Haupt- und Realschule würden nach den Plänen auslaufen. Doch was macht die Sekundarschule überhaupt aus? Die NRZ durchleuchtet das Konzept der Landesregierung für die neue Schulform.

Wie ist die Sekundarschule gegliedert?

Die Sekundarschule ist eine Schule der Sekundarstufe I. Das heißt, sie umfasst die Klassen 5 bis 10. Sekundarschulen sind in der Regel Ganztagsschulen. Laut Schulgesetz sind Voraussetzung für die Errichtung einer Sekundarschule mindestens 25 Schüler pro Klasse und drei Parallelklassen pro Jahrgang.

Warum ist eine Sekundarschule überhaupt nötig?

Laut Schulministerium NRW ist die Sekundarschule eine Antwort auf den demografischen Wandel und den damit verbundenen stetigen Rückgang an Schülerzahlen. Außerdem sei die Politik dem Wunsch vieler Eltern nach einem längeren gemeinsamen Lernen entgegengekommen.

Wie wird unterrichtet?

In den Klassen 5 und 6 sollen alle Kinder gemeinsam lernen – eine Aufteilung nach Leistungsniveau soll es nicht geben. Dies kann eine Sekundarschule bis zur Klasse 10 fortführen. Ab Klasse 7 besteht aber auch die Möglichkeit, die Kinder in einzelnen Fächern getrennt voneinander zu unterrichten – je nach Leistung oder Neigung. Über das Grundkonzept entscheidet der Schulträger, in diesem Fall also die Stadt Emmerich. Die Entscheidung, ob eine Sekundarschule gegründet wird, liegt ebenfalls in den Händen der Stadt.

Kann das Abitur an der Sekundarschule abgelegt werden?

Nein. Die Sekundarschule hat keine eigene Oberstufe, geht aber mindestens eine verbindliche Kooperation mit einem Gymnasium, einem Berufskolleg oder einer Gesamtschule ein. Das Konzept sieht vor, dass Sekundarschülern nach der zehnten Klasse ein Platz in der gymnasialen Oberstufe zusteht, wenn sie denn das Abitur machen möchten.

Wann werden die Weichen fürs Abitur gestellt?

Das Konzept der Sekundarschule sieht vor, dass alle Kinder „nach ihren Talenten und Begabungen individuell gefördert“ werden, heißt es in einer Information des Schulministeriums. Eine zweite Fremdsprache – Voraussetzung für die Qualifizierung zum Abitur – kann in der Sekundarschule in Klasse 6 gewählt werden. Ein weiteres Angebot folgt in Klasse 8, so dass sich Schüler auch zu diesem Zeitpunkt noch für die Abi-Laufbahn entscheiden können.

Kann die Sekundarschule auch mit Teilstandorten geführt werden?

Ja. Möglich sind zwei Varianten: Die Jahrgangsstufen werden getrennt, also beispielsweise: Standort A beherbergt die Jahrgangsstufen 5 und 6, Standort B die Stufen 7 bis 10. Oder aber die Klassen 5 bis 10 werden an beiden Standorten unterrichtet. In diesem Fall kann ein Standort auch zwei- statt dreizügig geführt werden, wenn es am anderen Standort mindestens drei Parallelklassen gibt.

Was wird aus Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien?

In einer Information des Schulministeriums ist zu lesen: „Wenn sie vor Ort gewollt sind und genügend Anmeldungen haben, bleiben sie bestehen. Von Landesseite wird keine Schulform abgeschafft.“

 
 

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