Kossen auf Stippvisite in Emmerich

Monsignore Peter Kossen (Mitte) im Kreis der Kolpingfamilie Emmerich.
Monsignore Peter Kossen (Mitte) im Kreis der Kolpingfamilie Emmerich.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Monsignore, seit September 2011 ständiger Vertreter des Bischöflichen Offizials in Vechta, besuchte seine alte Kolpingfamilie Emmerich.

Emmerich..  Wenn der frühere Stadtpfarrer Peter Kossen (2004 bis 2011) seine alte Heimat am Niederrhein besucht, dann muss sich das auch lohnen. So hat er bei seinem Kurzbesuch in Vrasselt ein Haus eingesegnet, einem Paar den Silberhochzeitssegen erteilt und seinen ehemaligen Feuerwehrkameraden Christian Knoor und dessen Braut Andrea Rottstegge getraut. Zwischendurch hatte der ehemalige Kolping-Präses dann noch eine Stündchen für die Kolpingfamilie.

In alter Verbundenheit

Rund 20 Mitglieder hörten seinen Ausführungen bei Kaffee und Kuchen zu. Möglicht gemacht hatte das Kolping-Vorsitzender Ludger Geerling, der „in alter Verbundenheit“ angefragt hatte, ob Kossen bei seinem Besuch in Emmerich ein bisschen Zeit für sie habe.

Und die hatte Monsignore Kossen, seit September 2011 ständiger Vertreter des Offizials im Bischöflichen Offizialat Vechta. Auf die Frage von zwei Frauen, wie sie ihn nun anreden müssten - „die Jugend tut sich da leichter“ - antwortete der Prälat schlicht mit „Peter“. Kossen freute sich, dass die Verbindung vom Oldenburger Land zum Niederrhein geblieben ist - „auch wenn man sich nicht sieht. Doch die gegenseitige Wertschätzung bleibt, und das ist mir wichtig.“ Bei seinem jetzigen Besuch in Emmerich habe er zum ersten Mal auf der Promenade gesessen und einen Kaffee getrunken: „In meiner Zeit als Pastor bin ich nie dazu gekommen. Das war fast wie Urlaub.“

Kossen erzählte von seiner Tätigkeit im Offizialat. „Ich bin jetzt in seiner Behörde, und Behörde war nie meine Leidenschaft“, gab er zu. In vieles habe er sich einarbeiten können. Ansonsten gelte der Grundsatz: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. In den 40 Gemeinden findet er bei seelsorgerischen Aushilfstätigkeiten Ausgleich zum Büroalltag. Wie in Emmerich auch ist Peter Kossen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Vechta aktiv. „Das macht es einem leichter, dort hinein zu kommen. Denn Feuerwehrleute ‘ticken’ alle gleich“, so Kossen. Wenn der Piepser geht, ist er immer schnell zur Stelle. Auch in Sitzungen wird er alarmiert. „Doch deshalb ist noch nie eine ausgefallen“, schmunzelte er.

Von Ludger Geerling auf seinen TV-Auftritt bei Günther Jauch angesprochen sagte Kossen, dass die Ausbeutung der Arbeitsmigranten sich noch nicht wesentlich gebessert habe. Man müsse durch Gesetze nachhelfen, dass soziale Gerechtigkeit geschaffen werde „Kolping und KAB haben sich schon reingehängt. Das finde ich gut. Wichtig wäre auch, dass sich die Kirchen ökumenisch einmischen würden“, betonte Kossen. Die Kolping-Mitglieder jedenfalls finden Kossens kritische Anstöße gut. Johannes Reintjes brachte es auf den Punkt: „Stoßen Sie mal weiter an! Das ist schon richtig.“

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