Keine Angst vor dem Gabelstapler

Susanne Convent-Schramm (re.) begrüßt die Europaschüler beim Logistikdienstleister in Halle 14.
Susanne Convent-Schramm (re.) begrüßt die Europaschüler beim Logistikdienstleister in Halle 14.
Foto: FUNKE Foto Services
Niederrheinische IHK schiebt die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ im Kreis Kleve an. Pilotfirmen in Emmerich sind Convent und Probat.

Emmerich..  Angst vor großen Geräten zeigen die Mädels nicht. „Ich kann mir durchaus vorstellen, als Gabelstaplerin zu arbeiten“, sagen Angeliqua Bochen und Oliwia Brzyska unisono. Für die 16-Jährigen ist klar: „Im Büro sitzen wollen wir auf keinen Fall.“

So unterschiedlich sind die Berufsvorstellungen, wenn man die achte Klasse der Europaschule besucht. Gestern nahmen zehn Hauptschüler am ersten Tag der Berufsfelder teil und schauten sich in der Spedition Convent um, während zeitgleich 20 Gymnasiasten bei Probat Betriebsluft schnupperten.

Organisiert hatte das Ganze Robert Schweizog von der IHK in Duisburg. Vor Ort unterstützt wurde der Projektkoordinator von Ausbildungsleiter Uwe Schuurman und Ex-Azubi Matthias Krüss, der viele Ideen für das zweieinhalbstündige Programm bei Convent beisteuerte.

Im nächsten Jahr sollen sich dann, so der Wunsch, noch mehr Firmen und Schüler an dem Projekt beteiligen, das Teil der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss ist“. Mittelfristiges Ziel ist, alle Achtklässler in NRW in drei Firmen hineinschnuppern zu lassen. So bekommen die Jugendlichen ein breites Spektrum zur Berufswahl und können sich im 9. Schuljahr gezielter einen Praktikumplatz auswählen.

Auf freiwilliger Basis

Den Unternehmen wiederum bieten solche Aktionen die Chance, frühzeitig Jugendliche aus der Region kennenzulernen, die später eventuell ein Praktikum absolvieren oder eine Ausbildung beginnen möchten. Geschäftsführerin Susanne Convent-Schramm weiß nur zu gut, wie schwer es ist, Nachwuchs zu bekommen: „Wir hatten 2016 nur wenig Bewerbungen, weil der Beruf der Fachkraft für Lagerlogistik einfach nicht so bekannt ist.“ Ausgebildet werden auch Kaufleute fürs Speditionswesen.

Zumindest die Schüler der 8a und 8b haben beim ersten Rundgang durch die Lagerhalle Nr. 14 einen ersten Eindruck gewonnen, ob dieser Arbeitsplatz einmal der Richtige für sie sein könnte.

Geschmack an dem Job scheint Marvin Schüller schon gefunden zu haben: „Das würde mir schon Spaß machen“, meint er, als er dem Gabelstapler zusieht, wie der eine Palette millimetergenau ins 8,50 m hohe Regal schiebt.

Die Veranstaltung war für die Hauptschüler freiwillig. „Das Interesse war groß“, berichtete Lehrer Jürgen Ott. Rund 50 hatten sich gemeldet, nur zehn konnten am Ende mit.

Insgesamt hatten am ersten Tag der Berufsfelder 77 Betriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Gastgewerbe im Gebiet der Niederrhein-IHK (Stadt Duisburg sowie die Kreise Wesel und Kleve) ihre Türen für Schülergruppen geöffnet.

Doch nicht nur an diesem speziellen Tag können die Schüler Betriebe besichtigen. Unternehmen im Kreis Kleve stellen ab 2017 von Februar bis Juni regelmäßig Plätze für Schülergruppen zur Verfügung.

 
 

EURE FAVORITEN