Kein großer Wurf, aber ein kluger Schachzug

Emmerich/Berlin. Am 30. Juni wird der Nachfolger des am Montag zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler gewählt. Soviel ist klar: Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff ist der Favorit von Union und FDP. SPD und Grüne schicken derweil Joachim Gauck ins Rennen. Was halten unsere Bundes- und Lokalpolitiker von den Kandidaten? Ein kleines Stimmungsbild.

Ronald Pofalla (MdB-CDU), Kanzleramtsminister: „Christian Wulff ist eine erstklassige Wahl. Ihn zeichnen Warmherzigkeit, soziale Kompetenz und Zukunftsorientierung aus. Er wird das Amt ausfüllen und im Sinne Deutschlands ausgezeichnet wahrnehmen.“

Rolf Diekman, SPD-Fraktionsvorsitzender: „Herr Wulff ist nicht der große Wurf der CDU/CSU und FDP. Aber es ist ein kluger Schachzug von Angela Merkel, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, denn Herr Wulff ist jung und könnte der Kanzlerin bei ihrer Karriere noch gefährlich werden. Es ist nur Wunschdenken, dass jetzt ein SPD-Mann gewählt würde. Man muss realistisch sein und wissen, dass Herr Wulff gewählt wird. Joachim Gauck hat nicht die große politischer Erfahrung. Er genießt draußen aber hohes Ansehen. Er ist unaufgeregt, sachlich und stellt etwas dar. Aber ich glaube, dass auch Herr Wulff ein guter Bundespräsident sein wird.“

Markus Elbers, Stadtverbandsvorsitzender der CDU: „Ich schätze Herrn Wulff als sehr kompeten

t ein. Er hat die Gabe, dass sein Auftreten als überparteilich angesehen wird.“ Angesprochen darauf, dass dies die SPD und Grünen anders sehen: „Er kommt natürlich aus einer Parteischiene. Dass die Opposition dann dagegen ist, ist doch normal. Es ist schade, dass Herr Köhler zurückgetreten ist, ich halte diese Reaktion für übertrieben. Ich habe Herrn Köhler immer geschätzt – Herr Wulff wird ihm in allen Bereichen das Wasser reichen können. Letztlich hatten wir immer gute Präsidenten, gleich welcher Partei.“

 
 

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