Jörg Angenendt vertreibt elektronische Zigaretten

Jörg Angenendt vertreibt mit der Firma „Qualmlos“ rauchfreie elektrische Zigaretten. Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool
Jörg Angenendt vertreibt mit der Firma „Qualmlos“ rauchfreie elektrische Zigaretten. Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Der Emmericher erklärt die Unterschiede zu normalen Zigaretten, beschönigt aber nichts und sagt: Auch E-Zigaretten sind ungesund.

Emmerich.. Jörg Angenendt will nichts beschönigen: E-Zigaretten sind ungesund. Punkt. Aber auch ohne Langzeitstudien glaubt der Emmericher: „Die elektronische Zigarette ist nicht so ungesund wie normale Zigaretten.“ Das sagt ihm sein gesunder Menschenverstand beim Blick auf die Inhaltsstoffe. Den tausenden giftigen Zigaretten-Zutaten von Teer über Amoniak bis Arsen steht bei der E-Zigarette vor allem ein Inhaltsstoff gegenüber: 50 bis 90 Prozent sind Propylen Glykol. Ein zweiwertiger Alkohol zur Erzeugung des Dampfes wie er auch beim Tanzflächen-Nebel verwendet wird.

Angenendt stand der E-Zigarette zunächst auch skeptisch gegenüber. Ein Bekannter hat ihn probieren lassen. „Ich habe seither keine normale Zigarette mehr geraucht.“

Rauchfreie Zigarette

Als Angenendt sich selbst eine solche rauchfreie Zigarette anschaffen wollte, merkte er: Der nächste Händler ist in Bocholt: „Und im Internet bestellen wollte ich nicht.“ Es wuchs der Gedanke, selbst zum Händler zu werden. Die E-Zigarette könnte in Emmerich eine Marktlücke sein.

„Qualmlos“ heißt der seit Oktober bestehende Handel. Angenendt fängt klein an: „Ich habe eine Vitrine in der Schreinerei Rosendahl an der Wassenbergstraße 46 stehen. Ich verkaufe nach vorheriger telefonischer Terminabsprache. Derzeit suche ich ein Ladenlokal in der Innenstadt. Wenn die Kundenzahl wächst, werde ich auch feste Ladenzeiten einrichten.“

Rein technisch ist zu betonen: „Es ist dampfen und nicht rauchen“, sagt Angenendt. Es wird nichts verbrannt. Die E-Zigarette besteht aus einem Akku, einem Verdampfer und einem Tank. In den Tank werden Liquide eingeträufelt. Der Benutzer zieht an der E-Zigarette wie an einer normalen Zigarette. So wird die Flüssigkeit durch den Verdampfer gezogen, wo sie entweder für Anfänger automatisch oder per Knopfdruck erhitzt wird. Und verdampft.

Angenendt bietet Liquide der Marke Flavour Art mit null, neun und 18 Milligramm pro Milliliter Nikotin. „Sie sind auch mischbar.“ Auch wenn man theoretisch die Nikotin-Dosis Schritt für Schritt senken kann, betonen die Hersteller: Das Dampfen ist nicht zur Rauchentwöhnung geeignet.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Räume, Kleider und man selbst stinken nicht mehr nach Rauch, kein Passivrauchen, keine gefährliche Glut – man muss keine ganze Zigarette konsumieren, sondern kann Zug um Zug dosieren. Das Rauchverbot im öffentlichen Raum gilt nicht für E-Zigaretten. Allerdings, erinnert Angenendt, haben Gastronome ein Hausrecht. Sie können das Dampfen untersagen. In diesem Punkt ist wahrscheinlich noch mehr Aufklärung gefragt.

Wie steht’s um die Kosten? Wer ein bis eineinhalb Schachteln Zigaretten am Tag raucht, gibt 200 bis 300 Euro im Monat aus. Der Dampfer braucht dafür etwa fünf Fläschchen Liquid, was etwa 35 Euro kostet. Dazu muss er die E-Zigarette kaufen, die zwischen 39 und 49 Euro liegt. Auf den Verdampfer gibt es drei Monate Garantie; auf den Akku sechs Monate.

Die Liquide sind in etlichen Geschmacksrichtungen erhältlich: „Ich dampfe Vanille oder Irish Cream“, so Angenendt. Auch Menthol-Mischungen mag er gerne.

Ein Kunde hat sich übrigens beschwert: Seit er dampft statt raucht, haben sich Geschmacks- und Geruchssinn wieder verbessert. Jetzt schmecke ihm das Essen seiner Frau nicht mehr ...

 
 

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