In Emmerich eröffnet erstes Betriebsrentenbüro in NRW

Mit dem Geld geht es abwärts – wenn man nicht vorsorgt. Das weiß auch Tom Sluyter.
Mit dem Geld geht es abwärts – wenn man nicht vorsorgt. Das weiß auch Tom Sluyter.
Foto: Funke Foto Services
Der Emmericher Tom Sluyter hat sich bewusst für seine Heimatstadt entschieden. Und eröffnet an der Steinstraße das erste Betriebsrentenbüro in NRW.

Emmerich..  Tom Sluyter ist verbal nicht nur ein Enthusiast, wenn es um seine beruflichen Themen geht. Nein, der Versicherungsmakler outet sich auch als Patriot: „Ich bin Emmericher und eröffne genau aus diesem Grund mein Geschäft an der Steinstraße, die von vielen gern zerredet wird.“ Das Erdgeschoss der Räumlichkeiten mit der Hausnummer 48 hat sich vom Leerstand zum modernen Büro gewandelt.

120 Personen eingeladen

Kommenden Sonntag wird um 14 Uhr die erste Betriebsrentenstelle Nordrhein-Westfalens für geladene Gäste eröffnet. Steuerberater, Firmenchefs und einige Freunde des 35-Jährigen, insgesamt gut 120 Personen, werden vor Ort erste Kontakte knüpfen. Und sicherlich auch vor der fünfteiligen Karikatur links der Eingangstür verweilen.

Leistet sich der gemeine Schaffende mit einem durchschnittlichen Bruttomonatsgehalt von 2500 Euro in diesem Jahr noch einen schicken Sportwagen, so reicht es in zwei Jahren nur noch zum kleinen Auto, dann zum Motorrad (2020), ein Jahrzehnt später gar zum Fahrrad. 2040, also im Rentenalter, ist für einen heute 40-Jährigen vermutlich nur noch der Spazierstock drin. Wenn er nicht an seiner Vorsorge arbeitet.

Natürlich sind die bunten Bildchen provokant. Andererseits ist das Geldplanthema im Alter aus Lebensversicherung, Riesterrente oder gar Sparstrumpf ein durchaus kompliziertes. Sluyter lächelt. Auch, weil er Experte ist.

„Meine Zielgruppe sind sozialversicherungspflichtige Angestellte, die einen Rechtsanspruch auf eine Betriebsrente haben. Und zwar schon seit einer Änderung im Betriebsrentengesetz im Jahr 2002“, hebt der Berater hervor.

Sluyter setzt natürlich darauf, dass das Thema für Betroffene interessant genug ist, es auch gleich prüfen zu lassen. Dafür ist er schließlich da. Eine Gehaltsabrechnung zur Vorlage reicht in der Regel, um gesetzliche Ansprüche in Gang zu setzen. Die Prüfung übers Sluyter-Büro beim Arbeitgeber erfolgt in der Regel zunächst ohne Namen des Antragstellers.

„Betriebsrente macht Arbeit, deshalb sind Firmen oder auch Steuerberater nicht erpicht darauf, das Thema anzugehen“, weiß Sluyter. Der monetäre Vorteil einer Betriebsrente speist sich in der Regel aus einer Bruttoeinzahlung des Arbeitnehmers, der so von seinem Gehalt Steuern und Sozialabgaben spart. Dazu wird auch der Arbeitgeber entlastet, der die kleine Ersparnis oft an die Betriebsrente des Arbeitnehmers leitet. „Im Gegensatz zu Verträgen bei Banken oder Finanzberatern geht hier kein Cent verloren“, so Sluyter.

An das Geld kommt übrigens niemand, bis der Sparer seinen Rentenbescheid in den Händen hält. Selbst bei einer (Privat-)Insolvenz nicht.

Für Tom Sluyter stellen die gemieteten und modernisierten Geschäftsräume an der Steinstraße schon ein gewisses finanzielles Risiko dar. Und es gab auch die kritische Stimme seines Geschäftspartners Sebastian Wagner, der einen Standort in Kleve oder Bocholt präferiert hatte. Doch an diesem Punkt rückte Sluyter bei der Geschäftsidee seine familiären Wurzeln in den Vordergrund. Sagt aber auch: „Wenn das Geschäft in Emmerich laufen sollte, dann läuft es in Kleve und Bocholt erst recht.“

Übrigens:

Seite 1991 schon ist Tom Sluyter als Mitinhaber der Eha-Versicherungskontor GmbH mit Sitz an der Wassenbergstraße in und für Emmerich tätig. Zwischenzeitlich arbeitete der Versicherungsmakler auch in Düsseldorf und Neuss, ist aber seit drei Jahren wieder in Emmerich vor Ort.


Mit vier Mitarbeitern wird die Betriebsrentenstelle an der Steinstraße 48 ab nächsten Montag an den Start gehen.

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