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In der Rolle des Schulentwicklers

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Foto: WAZ FotoPool
In der kommenden Woche geht der Schulleiter des Gymnasiums Aspel in Rees in den Frühruhestand.

Rees. 

Roman Claus steht immer noch unter dem Eindruck des Konzerts im Skulpturenpark. Voller Stolz erzählt er von den Leistungen seiner Gymnasiasten und so ist sein Rückblick auf seine zwölfjährige Tätigkeit als Schulleiter des Reeser Gymnasiums geprägt von Anerkennung für seine motivierten Kollegen und die Schülerschaft. In der kommenden Woche wird der 63-jährige Pädagoge für Biologie und Erdkunde in den Vorruhestand verabschiedet. Besser Unruhestand, denn er wird sich weiter fortbilden für das Pilotprojekt „Schulleiter-Coaching“.

Jungengymnasium Wesel

Roman Claus, der im Jahr 1973 noch als Student erstmals eine Klasse an seiner alten Penne in Offenbach unterrichtete, blickt heute auf eine 40-jährige Lehrertätigkeit zurück. Nach seinem Referendariat verschlug es ihn 1976 an das damalige Jungengymnasium nach Wesel. „Es waren 32 Grad und der Niederrhein zeigte sich von seiner besten Seite“, erinnert sich Roman Claus gerne. Hier erlebte er den Umzug des Gymnasiums aus dem altehrwürdigen Gemäuer in den modernen Neubau mit. Wichtige Erfahrungen, die ihn bei den späteren Sanierungs- und Neubauaktivitäten des Reeser Gymnasiums hilfreich sein sollten. In Wesel war er sechs Jahre stellvertetender Schulleiter, bevor er im Jahr 2001 als Direktor nach Rees wechselte.

In Rees sah er sich immer in der Rolle des Schulentwicklers. Und mit Einführung der schulscharfen Ausschreibung tat sich die Möglichkeit auf, die Kollegen zu finden, die zur Schule passen und langfristig Freude an ihrer Arbeit haben. „Ein Lehrer muss für sein Fach brennen, nur dann kann er die Schüler dafür begeistern“, so der Schulleiter. „Ich glaube, dass es uns gelungen ist, fähige Kollegen zu finden.“ Was zu belegen ist: Zahlreiche ehemalige Lehrer von Aspel haben inzwischen Leitungspositionen an benachbarten Schulen inne. Auch die Schule ist gewachsen, von 630 auf 850 Schüler. „Die Raumknappheit hat mich vom ersten Tag an begleitet, um so froher war ich, als wir im Jahr 2005 den neuen Trakt einweihen konnten.“ Heute noch bewundert er die Bauleistung des Unternehmens.

Überhaupt hat er einen Faible fürs Bauhandwerk, freut sich schon darauf, in Kürze das von den Schwiegereltern geerbte Wochenendhaus im Spessart auszubauen. Dann wäre da noch ein Neuzuwachs in der Familie. Ein junger und soll den Ruhestand beleben.

Nachdem Claus drei Jahre lang Schulleiterqualifizierungsfortbildungen geleitet hat, wird er nun Schulleiter coachen, insbesondere von neu gegründeten Gesamt- oder Sekundarschulen, er wird sie beraten, ihre Probleme aufspüren, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Seine Schule steht auf gesunden Säulen. Claus: „Wir haben viel erreicht und viel zu bieten!“, Mit Schwerpunkten in allen Fachbereichen und vielen Aktivitäten, die Schülern das Schulleben liebeswert machen. Und was die Reeser Schullandschaft angeht? „Hier sollte man Ruhe bewahren, abwarten. Ein so gut funktionierendes Gymnasium wird man nie wieder so hinbekommen.“