Illegale Rampen im Wald Hochelten gebaut

Eigentlich sollte Montagabend die Bergrettung im Fokus stehen. Aber für die Politiker war die Entwicklung im Schatten des Hotels aktueller.
Eigentlich sollte Montagabend die Bergrettung im Fokus stehen. Aber für die Politiker war die Entwicklung im Schatten des Hotels aktueller.
Foto: WAZ FotoPool
Die Bürgerinitiative Rettet den Eltenberg und Politiker sahen sich im Wald Hochelten um: Mountainbiker oder Cross Country-Fahrer haben abseits der Wege gewütet. Försterin Ingrid Dohmen: „Das ist illegal.“ Ordungsamt Emmerich will Gespräch suchen.

Hochelten.. Eigentlich lud die Bürgerinitiative (BI) Rettet den Eltenberg die lokalen Politiker zur Bergbegehung ein, um sich vor Ort ein Bild der geplanten Betuwe-Maßnahmen zu machen. SPD und FDP waren auch dabei. „Es war interessant, das mal von da oben zu sehen“, sagt Peter Hinze, SPD-Fraktionschef. Neues ergab sich nicht.

Ordnungsamt will Gespräch suchen

Aber größere Neuigkeiten gibt’s aktuell woanders in Hochelten. Nämlich hinter dem Hotel: „Die Mountainbiker haben sich abseits der Wege Rampen gebaut, Abgrabungen durchgeführt. Das muss unbedingt geklärt und zurückgebaut werden“, so Hinze. Bis zu fünf Meter soll es da durch die Luft gehen. Allerdings handelt es sich nach NRZ-Informationen eher um „Cross Country“-Fahrer. Das ist sozusagen noch eine Stufe extremer als Mountainbiker.

Försterin Ingrid Dohmen bestätigt gegenüber der NRZ: „Das ist illegal! Radfahren im Wald darf man nur auf festen Wegen.“ Besitzer der Waldfläche ist die Rudolf W. Stahr-Stiftung. Wer sozusagen „quer-waldein“ mit dem Rad fahren will, müsse sich eine Genehmigung vom Besitzer, von der Unteren Landschaftsbehörde und von der Unteren Forstbehörde einholen. Nach NRZ-Informationen sind inzwischen mehrfach die Woche kleinere Gruppen – vor allem aus den Niederlanden – dort unterwegs.

Es gäbe Möglichkeiten, so einen Parcours legal anzulegen. Dohmen verweist auf ein Klever Beispiel: Da habe sich ein Verein gegründet, der eine Nutzungsvereinbarung unterzeichnet und eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen habe. Denn: „Sollte sich jemand durch waldfremde Hindernisse im Wald verletzen, haftet der Besitzer“, unterstreicht Dohmen. Sie werde ob der Vorkommnisse einen Ordnungswidrigkeitsbericht an die Untere Landschaftsbehörde schreiben.

Stellt sich die Frage, ob man noch warten kann, bis mögliche Maßnahmen des in Planung befindlichen Masterplanes Hochelten greifen? Nein, bestätigt Stadtsprecher Herbert Kleipaß. Dem Ordnungsamt fehle im Moment noch ein Ansprechpartner, da es sich meist um Niederländer handele, aber man werde das Gespräch suchen. „Vielleicht müssen wir die mal an die Kandare nehmen“, sagt Kleipaß. Dass es keine Ansprechpartner in Emmerich gibt, um sich grundsätzlich über das Thema zu beraten, sei auch für die künftige Planung ein Problem. Ein offizieller Ausbau einer Strecke sei kostenaufwändig. Deshalb habe die Stadt da eher eine zurückhaltende Position.

Die FDP hofft auf eine Lösung, die alle Seiten zufriedenstellt. „Es muss klar getrennt werden, wo Mountainbike gefahren werden darf und wo nicht“, sagt Fraktionschef Christoph Kukulies. Spaziergänger und die Gelände-Radfahrer sollten sich nicht gegenseitig stören. Vielleicht sei auch eine Lösung wie im Montferland möglich, wo Radfahrer sich Marken kaufen müssen, um in entsprechenden Gebieten legal mountainbiken zu dürfen. Die Polizei hatte bisher keine Einsätze in Hochelten im Zusammenhang mit Mountainbikern oder ähnliche Radsportlern. Es lägen auch keine Anzeigen vor, so Sprecher Manfred Jakobi.

Der Eltener Alexander van der Kemp berichtet der NRZ via Facebook, dass er am 1. Mai Ärger hatte mit einem Moutainbike-Fahrer. Dieser soll sogar einen seiner Hunde getreten haben und mit seinem Rad nach ihm geworfen haben. Van der Kemp kritisiert generell das Verhalten der Moutainbiker in Hochelten: „Die fahren, als ob sie allein in der Welt wären.“

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