IG Biss enttäuscht über Aussagen

NRZ

Emmerich. IG Biss ist tief enttäuscht über Aussagen zu linksrheinischer Betuwe. Umweltbundesamt unterstreiche IG Biss-Forderungen.

Tief enttäuscht zeigt sich der Vorstand der IG Biss über die Aussagen zu einer linksrheinischen Variante der Betuwe aus einer Studie des Umweltbundesamtes. Die dargestellten Meinungen, von „Idee“ bis „Schwachsinn“, können nur als unbedachte, unseriöse und unqualifizierte Reaktionen auf eine Untersuchung gewertet werden, die 180 Seiten umfasst, und die von einer „übergeordneten und unabhängigen Institution“ in Auftrag gegeben wurde, heißt es in einer Mitteilung.

Die Anforderungen hinsichtlich des zu erwartenden Güter- und Gefahrengutaufkommens an die Bahnstrecke gegenüber der gedachten Daten von 1992 hätten sich extrem verändert. So werde in der Studie darauf verwiesen, dass sich die Zahl der zu erwartenden 480 Züge pro Tag, in den Folgejahren verdoppeln wird. Eine Kapazität, die drei Gleise im Mischbetrieb unmöglich aufnehmen könnten.

Unfreiwillig unterstreicht das Umweltbundesamt die Forderung der IG Biss nach einer reinen, siedlungsfernen Gütertrasse. Interessant sei der Zeitpunkt der Veröffentlichung, kurz vor Beginn der Planfeststellung. Das Argument „ohne drittes Gleis kein Schallschutz“ sei nur vordergründig und zeugt von Unkenntnis, da angesichts von 470 000 Betroffenen entlang der jetzigen Strecke, mit einer Flut von Klagen zu rechnen sei, die das Verfahren in die Länge ziehen werden. Auch der IG Biss-Vorsitzende Karl-Heinz Jansen hatte dieses Argument vorgetragen.

Die IG Biss fordert erneut die Offenlegung der bereits erfolgten Umweltverträglichkeitsstudien (Voraussetzung für die anstehende Planfeststellung), da das Thema „Gefahrengut“ weiterhin nur unzureichend beleuchtet wird.