Hüging-Holemans: Kies-Euro gefährdet Existenz der NKSB

DerWesten
Pro Tonne abgebauten Kieses soll ein Euro fällig werden.  Foto: Flintrop
Pro Tonne abgebauten Kieses soll ein Euro fällig werden. Foto: Flintrop
Foto: NRZ

Rees. Baustoff-Industrie befürchtet Nachteile für Mittelstand und Arbeitnehmer.

Der Koalitionsvertrag von SPD und Grünen stellt nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Baustoff-Industrie eine Belastung für mittelständische Unternehmen, für die Bürger und auch für den Staat dar.

Denn durch die Einführung eines „Kies-Euro“ wird die Arbeitslosigkeit zunehmen. Es wird zu einem Kaufkraftverlust und zu sinkenden Steuereinnahmen kommen sowie zu erheblichen Mehrkosten für öffentliche Baumaßnahmen. Damit werden Land und die nordrhein-westfälischen Kommunen belastet. Die nordrhein-westfälische Steine- und Erden-Industrie gewinnt als Grundlagenindustrie Rohstoffe, die in der Bauindustrie (Straßen- und Häuserbau, Bahnwegebau), für die Stahl-, Chemie- und Glasindustrie benötigt werden.

Diese Abgabe wird insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Baustoffbranche belasten. Sie wären nicht mehr konkurrenzfähig. Es bliebe keine Gewinnspanne mehr für Investitionen. Der Verlust von Arbeitsplätzen wäre die Folge und weitere Kosten in den Sozialsystemen entstünden.

Verzerrung des
Wettbewerbs

Michael Hüging-Holemans, Geschäftsführer der Niederrheinischen Kies- und Sandbaggerei, fürchtet gar um die Existenz seines Unternehmens. „Falls der Kies-Euro nur nordrheinwestfalenweit und nur für die Kiesindustrie und nicht für die gesamten Natursteinindustrie eingeführt wird, entsteht eine Schieflage, so dass wir die Mehrkosten auch nicht an unsere Kunden weitergeben können“, sagt Hüging-Holemans klipp und klar. Schließlich erlöse sein Unternehmen nur acht Euro pro Tonne Kies. Somit reiße der Kies-Euro strukturell und dauerhaft ein tiefes Loch ins Budget. „So tief, dass wir rote Zahlen nicht mehr ausschließen können“, sieht Hüging-Holemans schwarz. Die „Kiesabgabe“ sei daher nach Ansicht der Industrie eine ökologisch und ökonomisch kontraproduktive Maßnahme. „Offenbar wissen die Politiker nicht um die Konsequenzen des Kieseuros“, so Michael Hüging-Holemans, der hofft, dass die Gewerkschaften IG Bau und Verdi, die die Mitarbeiter vertritt, das Ruder noch herumreißen und den drohenden Kies-Euro verhindern können.

Zum Hintergrund: Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag wollen, dass künftig pro abgebauter Tonne Kies oder Sand ein Euro in die Kassen der Bezirksregierung gezahlt werden muss. Dafür haben sie einen Gesetzesentwurf zur Einführung eines Kies-Euros erarbeitet.