Hilfe soll gebündelt werden

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Mehr als 40 Interessierte sind bei der Premiere des Runden Tisches zum Thema Asyl anwesend. Zahl der Flüchtlinge könnte sich binnen Jahresfrist verdoppeln.

Isselburg..  Im Moment gibt es in Isselburg 70 Asylbewerber. Jedoch kann sich die Zahl täglich erhöhen und unter Umständen bis Ende des Jahres auf das Doppelte anwachsen. „Lediglich drei Tage Vorlaufzeit haben wir dann, um diese Flüchtlinge unterzubringen,“ bemerkte Sascha Heister von der Stadtverwaltung auf die Frage von Pfarrer Klaus Winkel, der zu den mehr als 40 Interessenten gehörte, die der Einladung zum Runden Tisch zum Thema Asyl gefolgt waren. Darunter waren Vertreter der Kirchen, Sportvereine, Kindergärten, Schulen, das Netzwerk Asyl, Vertreter der Fraktionen aber auch einige private Personen, denen dieses Thema wichtig ist und die während des runden Tisches erfahren wollten, wie sie helfen und sich einbringen können. Im Rahmen dieser Runde wollten die Verantwortlichen der Stadt Isselburg über eine Willkommenskultur für Flüchtlinge diskutieren und Grundsatzkonzepte festlegen.

Anregungen aus der Gruppe gab es eine ganze Menge. Unterricht anbieten, Fahrdienste, Begleitung der Menschen zu Behördengänge, Hausaufgabenbetreuung, Übernahme von Patenschaften, Kleider- oder Möbelspenden, Gesprächsrunden oder auch Freizeit- und Sportvermittlungen. Das Netzwerk für Asyl zum Beispiel hat zwei Wohnungen zur Verfügung, in denen Familien sofort untergebracht werden könnten. Auch steht bereits ein Raum bereit, der für Unterricht oder Gesprächsrunden genutzt werden kann.

Stadt soll Stelle schaffen

Mit Absprache des Jugendamtes könnten auch heute bereits Kinder die örtlichen Kindergärten besuchen. Ein Problem sei jedoch, wie die Kinder dort hinkommen würden, denn noch sind alle Asylbewerber in der Nähe des Klärwerks in Isselburg untergebracht. Zwar hat das Netzwerk für Asyl bereits einen Fahrdienst für Kinder organisiert, die in Isselburg zur Schule gehen, jedoch ist dieser Fahrdienst auf ganz wenige Personen beschränkt, da wird dringend noch Hilfe benötigt.

Letztendlich war das Ziel dieser Gesprächsrunde, was im ehrenamtlichen Bereich möglich ist und was muss von der Stadt angeboten werden muss, um die Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. „Es ist wichtig, dass es eine Person gibt, die die vielen Ehrenamtlichen, die sich bereits um viele Dinge kümmern, koordiniert“, erklärte Pastor Jürgen Heidemann. Jeder würde für sich wursteln, was er soweit auch gut fände, da dann überhaupt was getan würde. Aber wirkungsvoller sei es, wenn eine Person die ganze Hilfe bündeln würde. In diesem Punkt sei die Stadt Isselburg gefragt, die Geld in die Hand nehmen müsse, um so eine Stelle zu schaffen, erklärte Klaus Winkel. „Eine Willkommenskultur gibt es nicht zum Nulltarif. Das ist ein Fulltime-Job“, so der Geistliche.

Uwe Übelacker (Grüne) erklärte daraufhin, dass die Politik da schon etwas auf den Weg gebracht habe, jedoch sei man noch am Anfang und bevor jemand Passendes gefunden sei, müsse man sehen, wie die Hilfe, die schon da ist, gebündelt werden könne.

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