Hellwach am Heiligen Abend

Der kleine Junge mit dem roten Pullover ist Bernd de Baey, daneben der größere Bruder Robert.
Der kleine Junge mit dem roten Pullover ist Bernd de Baey, daneben der größere Bruder Robert.
Foto: NRZ
Als die Familie mit ihren Geschenken beschäftigt war, reagierte Bernd de Baey blitzschnell und probierte gleich seine neue Feuerwehrspritze am Adventskranz aus.

Emmerich/Rees.  Das Foto zeigt eine typisch deutsche Weihnacht, die Papa da mit seiner Kamera festgehalten hat: Im Wohnzimmer ist die Krippe aufgebaut, vor dem leuchtenden Tannenbaum stehen erwartungsvoll Mutter und Kinder. „Der kleine Junge mit dem roten Pullover bin ich“, sagt Bernd de Baey. Der Knirps wohnte damals mit seinen Eltern und Bruder Robert in Rees auf der Sahlerstraße, später dann am Grüttweg.

Seit November 2014 ist Bernd de Baey Pfarrer in Emmerich und inzwischen 51 Jahre alt. An eine ganz besonders aufregende Bescherung kann er sich bestens erinnern: „Ich war da sieben oder acht Jahre alt.“ Ein Feuerwehrauto mit allen Schikanen bekam er da zu Weihnachten geschenkt: „Das hatte sogar einen Tank, den man mit Wasser auffüllen konnte und eine kleine Spritze.“

Keiner hätte gedacht, dass sich Jungfeuerwehrmann Bernd so schnell die Chance bieten würde, die Leistungskraft seines nagelneuen Löschfahrzeugs zu testen. „Der Adventskranz wurde bei uns immer in die Krippe gesetzt. Da sah ich, dass die Kerzen so weit runtergebrannt waren, dass es brennen musste. Da habe ich gedacht, wunderbar, mit dem Schlauch kann ich ja sofort löschen und habe kräftig gepumpt. Das ging aber alles so schnell, dass das ganze Zimmer hell erleuchtet war. Wir mussten den Kranz mit dem Tablett ins Freie befördern.“ Sonst wäre die Krippe gleich mit abgebrannt und vielleicht sogar noch mehr passiert. Der angesengte Brotteller jedenfalls wird bei den de Baeys bis heute in Ehren gehalten.

Natürlich wurde früher viel musiziert, Blockflöte gespielt, und es erklangen unterm Tannenbaum schöne Lieder. Natürlich auch die Klassiker „O du fröhliche“ und „Zu Bethlehem geboren“. Bernd de Baey baute in der Kirche die Krippe immer mit auf. Nach dem Essen, Königinnenpastetchen mit Hühnerragout, machte sich die Familie auf zur Christmette. An den Feiertagen wurden Opa und Oma besucht, die in Esserden einen Hof hatten: „Da gab’s viel zu spielen mit Vettern und Cousinen auf der Diele, wo die Kühe standen, das war immer toll.“ Der Advent sei eine besondere Zeit gewesen.

Besuchsprogramm in Rees

Stress hin oder her: Weihnachten gilt als Fest der Familie. Auch wenn es mitunter schwierig erscheint, alle Verpflichtungen unter einen Hut zu kriegen, wird Bernd de Baey seine Eltern in Rees besuchen. Groß beschenken wird man sich nicht, allenfalls mit Kleinigkeiten: „Das ist entlastend und entspannend.“ Seine Mitarbeiter und das Seelsorgerteam bekommen von ihm eine Bienenwachskerze.

Der Pfarrer, auch das hat Tradition, wird am 2. Weihnachtsfeiertag die Messe in St. Mariä Himmelfahrt lesen und danach mit Reeser Freunden ins Gespräch kommen, vielleicht auch mit seinen Priesterkollegen Heiner Dresen und Georg Roers. Vorbeischauen will er auch bei zwei betagten Großtanten, der 107-jährigen Johanna Otten im Altenheim Haldern und Maria Langels in Bergswick.

 
 

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