Gymnasiasten packten Schuhkartons für Weihnachten

Elisabeth Hanf
Liebevoll gepackt haben die Schüler die Schuhkartons.
Liebevoll gepackt haben die Schüler die Schuhkartons.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Schüler des Reeser Gymnasiums haben sich vielfältig sozial engagiert. Wie die Spenden verwendet werden, das erfuhren die Schüler gestern aus erster Hand

Rees.  Als sich gestern das PZ mit der kompletten Schülerschaft des Gymnasiums Aspel füllte und fast jeder dritte einen Schuhkarton unter dem Arm geklemmt hatte, war Schulleiter Klaus Hegel sichtlich stolz auf das soziale Engagement seiner Aspelaner. Dieses wurde gestern der Schulöffentlichkeit präsentiert, „damit deutlich und transparent ist, wo und wie wir uns als Schule einsetzen“, so Hegel, der ein dickes Lob an seine Schüler und Kollegen aussprach.

In mehrere Projekte waren die Gymnasiasten eingebunden. Beim Sponsorenlauf ebenso wie beim Klappstuhlkonzert sorgten die Schüler für gut gefüllte Spendenkonten. Aktuell unterstützt das Gymnasium ein Schulprojekt im Norden Ghanas. Spendengelder fließen in einen Fond, der Internatsschülern ermöglicht, einen weiterführenden Schulabschluss zu erwerben. Dieses Projekt wurde von Corinna Scharffe, die vor zwei Jahren am Reeser Gymnasium ihr Abitur baute und ein Jahr in Ghana unterrichtete, mit auf den Weg gebracht. Wunderbar war ihre Idee, den anwesenden Schülern gestern ihre Kollegen in Ghana vorzustellen, die Schüler, denen das gespendete Geld zugute kommt. Schüler wie David, der mit 21 Jahren die 8. Klasse besucht, ein Hüne von Mann, ebenso wie der kleine Phillipo, der mit vier Jahren bereits mehrere Sprachen spricht – Kinder, die je nach dem sozialen Status ihrer Familie gefördert werden oder keine Schule besuchen durften. „Wer eine Klassenarbeit schreiben will, muss dafür bezahlen“, berichtete Corinna Scharffe sehr zur Verwunderung der Reeser Schüler. „Schließlich muss Papier und Tinte bezahlt werden“, argumentierte sie. Wer Abitur machen möchte, muss Schulgeld bezahlen, machte sie ebenso deutlich. Die Dias der Schüler aus Ghana werden die Aspelanern mit Sicherheit in Erinnerung behalten.

Geschenke der Hoffnung

Im vergangenen Jahr ist zum ersten Mal mit „Weihnachten im Schuhkarton“ ein Projekt der Initiative Geschenke der Hoffnung erfolgreich am Reeser Gymnasium angelaufen. Viele Schüler haben sich an dieser Aktion beteiligt und Weihnachtsgeschenke für Kinder und Jugendliche in Osteuropa gepackt. „Wir haben in den Unterrichtsstunden darüber berichtet und genau erklärt, was in die Schuhkartons gepackt werden darf und was nicht“, erklärte die Pädagogin und Koordinatorin Anne Schicks. Viele Kartons wurden jetzt im Unterricht gepackt. Und damit auch die Verwaltungskosten, etwa für den Transport, bezahlt werden können, überreichte die SV gestern zusätzlich noch einen Scheck über 5000 Euro an Andreas Nitsch und Uschi Ludigkeit, die in Kevelaer und Wesel die Sammelstellen leiten. Beide wissen, wie viel Freude die gefüllten Schuhkartons bereiten. Uschi Ludigkeit schilderte einen anrührenden Fall, bei dem es zwischen Absender und Empfängerin sogar zu einem Treffen mit Happy End kam. „Es war Liebe auf den ersten Blick und zu ihrer Hochzeit wünschten sich beide gefüllte Schuhkartons.“ Um ihre Glück weiter zu verschenken. Nach der eindrucksvollen Präsentation übergaben die Schüler klassenweise ihre mit vielen nützlichen Dingen gefüllten Kartons, mit Aufklebern versehen, ob der Inhalt für ein Mädchen oder Junge und für welcher Altersgruppe es ist.

Am Nachmittag fand mit Kindern und Jugendlichen aus der zentralen Aufnahmeeinrichtung ein sportliches Programm in der Turnhalle am Westring statt. Es wurde von Schülern der Sportkurse der Q2 gestaltet.