Großrazzia im Bordell in Emmerich - Verdacht auf Menschenhandel

Großrazzia im Fungarden an der Tackenweide in Emmerich. Foto: Johannes Kruck / WAZ Foto Pool
Großrazzia im Fungarden an der Tackenweide in Emmerich. Foto: Johannes Kruck / WAZ Foto Pool
Großrazzia im Fungarden an der Tackenweide in Emmerich. Der 53-jährige Betreiber eines Bordells und seine Lebensgefährtin wurden festgenommen. Es besteht der Verdacht, dass Prostituierte gegen ihren Willen festgehalten und zur Prostitution gezwungen worden sind.

Emmerich.. Der 53-jährige Betreiber eines Bordells in Emmerich und seine Lebensgefährtin wurden nach einer Großrazzia umgehend dem Ermittlungsrichter -vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Gegen das Duo beide lagen mehrere Haftbefehle des Amtsgerichts Kleve vor. Zeitgleich wurden auch das Bordell Villa Auberge an der B 8 durchsucht, das dem Bosnier ebenfalls gehört sowie diverse Geschäfts und Privaträume, unter anderem an der Dechant Sprünken-Straße und auf der ’s-Heerenberger Straße.

An der Großaktion nahmen neben 90 Zöllnern der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kleve die beiden Haftbefehle sowie neun Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckten, auch rund 100 Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei sowie 50 Beamte der Steuerfahndung und der Justiz teil.

Der Betreiber des Bordells, der aus Bosnien stammt, soll als Geschäftsführer in den beiden Bordellbetrieben seit Juni 2004 mehr als 180 Prostituierte beschäftigt haben. Die Festnahme des Beschuldigten und seiner Mitbeschuldigten 40-jährigen Lebensgefährtin erfolgte vor dem Bordell im Industriegebiet der Stadt durch Einsatzkräfte der zentralen Unterstützungsgruppe Zoll des Zollkriminalamtes in Köln.

Vermummt und mit schusssicheren Westen

Hintergrund des Einsatzes gegen den Bosnier und weitere Beschuldigte sind die Tatvorwürfe der Steuerhinterziehung, Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen, aber auch Menschenhandel, Zuhälterei und Einschleusen von Ausländerinnen mit gefälschten Pässen nach Deutschland.

Besonders schwer wiegt der Verdacht, dass Prostituierte gegen ihren Willen festgehalten und zur Prostitution gezwungen worden sind.

Bei der Durchsuchung der Bordelle und der anderen Objekte wurden u.a. Rauschgiftspürhunde und ein Bargeldspürhund eingesetzt.

Während des Einsatzes an der Tackenweide sperrten die Zollbeamten die Straßen an beiden Zufahrten ab, ebenso am Auberge. Die Polizisten waren vermummt, trugen schusssichere Westen.

 
 

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