Glen Hansard bewegt die Massen beim Haldern Pop

Glen Hansards Heldenmusik kommt beim 33. Haldern Pop Festival gut an.
Glen Hansards Heldenmusik kommt beim 33. Haldern Pop Festival gut an.
Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services
Bei der Heldenmusik des Iren liegen sich Paare in den Armen. Der Festivalfreitag blieb tatsächlich regenfrei.

Haldern. Ja, so fühlt sich ein echter Hauptact an. Glen Hansard bewegte am Freitagabend beim 33. Haldern Pop Festival im Mondschein die Massen. Seine interaktive Art und diese Heldenmusik kommen einfach gut an. Für seine Pop-Rock-Hymnen hat der Ire auch eine üppige Band dabei gehabt – unter anderem mit drei Streichern und drei Bläsern. Einer der Senioren legte ein geniales Posaunen-Solo hin. Auch Liam Ó Maonlai von den Hothouse Flowers begleitete Hansard für ein paar Stücke. Bei den Balladen lagen sich die Paare in den Armen. Schön.

Den Heldenmoment vom Festival 2013 hat Hansard einfach mal wiederholt und Carina Buhlert wieder auf die Bühne geholt, die er damals in der ersten Reihe mitsingend entdeckte. Nein, so einen Moment kann man wirksam nicht wiederholen. Das war die Silhouette eines Heldenmomentes.

Als erste Band am Freitag spielten drei Gründungsmitglieder der Hothouse Flowers. „Wir sind die Glashausblumen“, sagte Liam Ó Maonlai auf Deutsch. Die amüsierten Blick sprach der Ire seinen mangelnden Deutsch-Fähigkeiten zu, dabei klingt es einfach nur komisch, wenn man englische Titel oder Bandnamen übersetzt. Überhaupt keinen Zweifel gibt es an der meisterlichen Qualität ihrer musikalischen Fähigkeiten. Timing, Intensität, Harmonie – das hört sich alles so perfekt an. Schöner Nostalgie-Moment: „Don't Go“, ihr Hit aus den 80ern.

Spätestens danach auf der Hauptbühne, bei Ben Caplan & The Casual Smokers, hatten sich die Besucher den Schlaf aus den Augen gewischt. Der Folk Rock des Kanadiers mit dem monströsen Bart und der Whiskey-Stimme ist bewährt gut.

Algiers aus Atlanta haben einen ganz eigenen Sound entwickelt: Die starke Soul-Stimme von Franklin James Fisher wird ummantelt von einer bombastischen Rock/Elektro-Kombination. So vermittelt die Band eine besondere Energie.

Lapsley mit viel Applaus bedacht

Viel Applaus erntete Lapsley im Spiegelzelt. Mit ihrer glasklaren Stimme und der entsprechenden Beleuchtung ist Engländerin eine Erscheinung. Die Musik ist minimalistisch, elektronisch, sehr modern.

Am späten Abend füllte sich bei Loney Dear die Bühne mal so richtig, denn der Chor Cantus Domus hatte mit der schwedischen Formation was Schönes einstudiert. Gemeinsam spielten sie den Loney Dear-Hit „Ignorant Boy, Beautiful Girl“. Ansonsten war dem Publikum der lange Festivaltag hier anzumerken, es konsumierte die melodischen Pop-Stücke eher.

So blieb es tatsächlich ein regenfreier Freitag. So darf es am Samstag gerne weiter gehen.

Auf der Facebookseite www.nrz.de/Emmerich sind einige Video-Mitschnitte zu finden.