Gimborn wird nicht verkauft!

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2011 war die Heimtier-Branche in der Krise: Beim Emmericher Unternehmen geht’s jetzt wieder aufwärts.

Emmerich.. Auf den Hund gekommen ist Gimborn nicht. „Ich kann volle Entwarnung geben“, versichert Jörg Barkei, Geschäftsführer Vertrieb/Marketing beim Emmericher Heimtierspezialisten: „Wir haben das Tal der Tränen durchschritten. Es geht wieder aufwärts.“

Danach hatte es 2011 überhaupt nicht ausgesehen. Die Stimmung in der ganzen Branche war mies. Zudem stand der Verkauf der H. von Gimborn GmbH zur Diskussion. Penta Investment aus Prag, seit 2008 Hauptgesellschafter, hatte einen Interessenten an der Angel, doch der Verkauf kam nicht zustande.

Jetzt ist die Zeit des großen Katzenjammers erst einmal vorbei: „Wir werden nicht verkauft, wir bleiben beim alten Gesellschafter“, stellte Barkei gegenüber der NRZ klar. „Wir sind froh, dass der Verkauf vom Tisch ist. Wir gehen jetzt mit Zuversicht ins Jahr 2012. Wir haben die Konsolidierung abgeschlossen und sehen uns für die nächsten zwei bis fünf Jahre gut gerüstet. Die Stimmung ist wieder gut.“ So gut, dass man inzwischen sogar schon wieder neue Leute für das Exportgeschäft und die Betreuung der Großkunden eingestellt hat: „Wir müssen mehr Gas geben, und das tun wir auch“, so Barkei. Am Standort Emmerich im Gewerbegebiet auf der Albert Einstein-Straße können die annähernd 120 Beschäftigten aufatmen.

Die Ketten erhöhten den Druck

Noch 2011 sah das ganz anders aus. Da war der ganzen Heimtier-Branche eher hundeelend zumute gewesen und vor allem durch die Markenketten mit ihren Eigenmarken schwer unter Druck geraten. „Das Jahr verlief nicht so doll, es war für alle Hersteller ein schwieriges Jahr“, blickt Barkei nicht mit Begeisterung zurück. Der klassische Fachhandel verliert an Boden, während die großen Ketten immer mächtiger zu werden scheinen. Die von Gimborn GmbH liefert immerhin 75 Prozent ihrer rund 400 Produkte eben an große Fachhandelsketten wie Fressnapf, Grüne Warenhäuser, Raiffeisenmärkte und außerdem noch an Zoos; weitere 25 Prozent an große Lebensmittelhändler wie die Metro, Schlecker usw.

Gim­born hat eu­ro­pa­weit rund 150 Mit­ar­bei­ter. Pro­du­ziert wird in Em­me­rich (Snacks und Pas­ten) und im bay­ri­schen Kel­heim (Kat­zen­streu). Im Sep­tem­ber 2008 erwarb Penta die Gim­born-Grup­pe. Frühere Eigentümer waren Capiton, Südchemie und Eckes.

Firmengeschichte: Gründer war Apotheker

Der Apo­the­ker Hein­rich von Gim­born gründete 1855 in Em­me­rich eine klei­ne phar­ma­zeu­ti­sche Fa­brik, die schnell wuchs und die be­lieb­ten Gym-La­krit­ze oder den be­kann­ten Fen­chel­ho­nig „Stern-Bie­ne“ herstellte. Erst 1965 wurde Gim­born Heim­tier­spe­zia­list. Mit der Über­nah­me der eng­li­schen Li­zenz­mar­ke „Ipe­vet“ unternahm Gim­born ers­te Schrit­te auf dem neuen Markt.
Es ent­stan­den die Mar­ken Gim­born Hund, Gim­pet Katze und Gim­born Nager. Mitte der 80er-Jahre kam mit Bio­kat’s erst­mals Kat­zen­streu dazu. Dank intensiver Kooperation mit den wich­tigs­ten Uni­ver­sitäten für Ve­te­rinär-Me­di­zin blieb Gim­born innovativ. So stamm­te die erste lak­to­sefreie Kat­zen­milch aus dem Hause Gim­born. Auch bei der Zu­ga­be von le­bens­wich­ti­gen Vit­ami­ne und Mi­ne­ra­li­en in Snacks – zum Bei­spiel Tau­rin oder L-Car­ni­tin – spielte Gim­born eine Vor­rei­terrolle.

 
 

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