GEW sieht Umsetzung der Inklusion mit Sorge

Kreis Kleve.  Mit großer Sorge verfolgt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Umsetzung der Inklusion im Kreis Kleve. Ein umfassendes Konzept der Schulämter des Kreises und seiner 16 Gemeinden sei bisher nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Statt Professionalität herrsche Dilettantismus vor, dabei hinke der Kreis schon heute bei dem Thema anderen Städten und Gemeinden in NRW weit hinterher. Denn die Gesetzeslage sei schon länger ersichtlich.

Ohne Befragung von Eltern würden weitreichende Entscheidungen bezüglich der Förderschulen getroffen, dies könne nur als respektlos bezeichnet werden. Das Datenmaterial als Grundlage für das Schließen oder den Erhalt von Schulen werde nicht offengelegt. Wer so wenig Transparenz an den Tag legt, handele offensichtlich konzeptionslos. Ein Gesamtkonzept müsste beinhalten: Welche Schulen sollen welche Schüler aufnehmen? Welche Schulen im Primar-und Sekundarbereich übernehmen die Schwerpunkte für Hören, Sehen, geistige Entwicklung und körperliche Behinderung? Wie sehen die kommunalen Klassengrößen bei gemeinsamer Beschulung aus? Welche Lehrer und Räume stehen zur Verfügung? Wie sieht die künftige Beschäftigung der Lehrer und Betreuung der Schulkinder aus?

Wer die betroffenen Eltern und Lehrer weiter so im Trüben fischen lässt, handelt verantwortungslos. „Wenn die Schulämter in dieser Form weiter machen und Eltern sowie Lehrer aus dem Prozess ausschließen, wird die Inklusion hier nicht gelingen. Eine Offenlegung und Begründung für die beabsichtigten Schulschließungen sind angesichts der Problemlage Grundpfeiler für eine erfolgreiche Umsetzung der Inklusion“, so Walter Seefluth von der GEW.

Immerhin sind fast 2000 Förderschüler und alle Schulen und Schulformen von der Grundschule bis zu den Berufskollegs involviert.