GEW fordert die Gesamtschule

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Hauptschulen hätten keine Überlebenschancen. Gewerkschafter fühlen sich durch dürre Anmeldezahlen in ihrer Kritik bestätigt

Emmerich.. Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Europa-Hauptschule ein Auslaufmodell. Die nur noch 32 Anmeldungen plus ein paar Nachzügler reichten so gerade noch für zwei Eingangsklassen. Die GEW sieht sich damit in ihren alten Befürchtungen bestätigt, schreiben die Vorstandsmitglieder Walter Seefluth und Horst Gerritsen, gleichzeitig Bezirkspersonalrat für Hauptschulen. Die mageren Anmeldezahlen seien „leider keine Perspektive für den Erhalt der Europa-Hauptschule.“ Vielmehr lasse der Trend bei der Schulwahl der Eltern erwarten, dass 2013/2014 sogar nur noch eine Klasse 5 gebildet werden könne: „2014 würde die ,Abwicklung’ der letzten Emmericher Hauptschule beginnen“, so das Szenario.

Politiker sind nun gefordert

Die GEW glaubt dass die Hauptschulen seit dem Schulkonsens in NRW auf längere Sicht keine Überlebenschancen mehr hätten, auch nicht in Emmerich. „So geht von der Europaschule der Druck aus, die Schullandschaft hier zu verändern.“ Am Liebsten sähen die Gewerkschafter auf dieser Karte einen Gesamtschul-Standort. Statt dem Sterben der Hauptschule tatenlos zuzusehen, fordert die GEW die Kommunalpolitiker auf, auch in Emmerich schulpolitisch aktiv zu werden und eine Gesamtschule zu gründen.

So sollten möglichst bald nach umfassender Information der betroffenen Eltern in Befragungen die Wünsche nach der besten Schule für ihre Kinder ermittelt werden, um für das Schuljahr 2013/14 entsprechende Weichen stellen zu können. „Dabei wäre auch eine Kooperation mit der Stadt Rees sehr sinnvoll, die Einbeziehung des regionalen Bildungsbüros sollte überlegt werden“, so Seefluth. Der Vorschlag, erst die Landtagswahl am 13. Mai abzuwarten, zeige, dass man die Weichenstellungen nur noch weiter hinausschieben wolle. Der Ausgang der Landtagswahl werde aber am Schulkonsens nichts ändern: „Es besteht für Emmerich dringender Handlungsbedarf. Schon im nächsten Schuljahr könnte es eine sehr viel stärkere Schülerwanderung nach Kleve geben, wenn Gesamtschule und Sekundarschule mit ihrer Arbeit erfolgreich gestartet sind.“

Die erstaunlich hohe Zahl von 136 Anmeldungen an der Hanse-Realschule lasse nicht zwangsläufig den Schluss zu, dass sie die Wunschschule für alle Kinder sei: „Sie scheint eher Ausdruck dafür zu sein, dass Gesamtschule und Sekundarschule in Emmerich gar nicht zur Wahl stünden: „So ist die Realschule für einen Teil der Eltern wohl die Schule, die am ehesten vergleichbare Bedingungen hat. Wenn die Hanseschule sich zwangsläufig der Aufgabe stellen will, auch den Kindern gerecht werden zu wollen, die ,nur’ eine Hauptschulempfehlung haben, bedeutet das, dass die Realschule sich in Inhalten, Methoden und Zielen neu definieren muss. Ist es da nicht einfacher, eine Gesamtschule oder zumindest Sekundarschule einzurichten, die genau für diese Schüler bereits einen Lehrplan hat und deren Hauptmerkmal das längere gemeinsame Lernen auch bis hin zum Abitur ist?“

Es sei den Lehrern an den Hauptschulen auch nicht zumutbar, dass ihre Schule von Jahr zu Jahr bei den Anmeldungen immer stärker abgelehnt werde, obwohl gerade sie mit großem Engagement und hoher psychischer Belastung mit den ihnen anvertrauten Kindern arbeiten, so der Emmericher Horst Gerritsen.

 
 

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