Gelungene Premiere an der Rheinpromenade

Sarah Hübers aus Bocholt war wohl die jüngste Straßenmusikanten in Emmerich.
Sarah Hübers aus Bocholt war wohl die jüngste Straßenmusikanten in Emmerich.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Statt des Oktoberfestes wurde erstmals in Emmerich das Festival der Straßenmusik gefeiert
  • Wirtschaftsförderer Sascha Terörde hatte dazu elf Straßenmusiker an die Promenade geholt
  • Aufgrund der guten Resonanz soll es eine Wiederholung der Erstauflage geben

Emmerich..  Zur ehrlichsten Bühne der Welt mutierte am Samstag die Rheinpromenade. Elf Straßenmusik-Acts hatte der neue Wirtschaftsförderer, Sascha Terörde, nach Emmerich geholt. Was für ein Flair auf Emmerichs Filetstück, der Rheinpromenade. Sehr gut wurde die Premiere des „Festivals der Straßenmusik“ von zahlreichen Gästen in den Restaurants und flanierenden Besuchern angenommen. Sie genossen ein bisschen Flair von Woodstock, nur kühler. Sowie ein bisschen Flair der Südstaaten von Amerika, der Sonne wegen. Doch auch deutsche Texte erklangen von den Straßenmusikanten.

Junges Mädchen mit starker Stimme

Da war zum Beispiel Sandrine, eine junge Musikantin aus Moers, deren Stimme von Melancholie und Wehmut geprägt ist und die unweigerlich an die große Joan Baez erinnerte, die mit ihren Protestsongs früher für Furore sorgte. Sandrine schreibt eigene Texte und Lieder. Tom Vieth dagegen hat sich dem Blues verschrieben. Aus Münster angereist ist er mit seiner unverkennbaren Bluesstimme ein „Stimmenfänger“ .

Ein echter Haudegen ist Zwakkelmann aus Hamminkeln. Reinhard Wolff war Sänger der Punkband „Schließmuskel“, die von 1983 bis 2000 existierte. Wobei nicht nur der Name für Qualität bürgte. Inzwischen ist aus ihm auch ein sehr gereifter Musiker geworden, der seine deutschen Texte autobiografisch aufbaut, mit Humor versieht und auch melancholisch sein kann. Doch nicht zu überhören war eine noch sehr kindliche Stimme. Sie gehörte einem Mädchen namens Sarah Hübers, zehn Jahre jung aus Bocholt. Sie war der geheime Superstar des Nachmittages.

Wenn ein Kind aus voller Inbrunst das Lied „Mr. Tambourine Man“ singt, sich dieses auch noch mit neuen gesanglichen Facetten zu ihrem eigenen Lied macht, so ist das mehr als erstaunlich. Sie begleitete sich selbst auf der Gitarre, ein Mikro und eine Lautsprecherbox, die diesen Livegesang dem Publikum näherbrachte, mehr brauchte es nicht. Mit einer guten, wenn auch bisweilen natürlich eine noch kindliche Stimme ausgestattet, sang sie auch Nenas 99 Luftballons. Sicher hatte sie einen leichten „Kinderbonus“ aber sie überzeugte durch Leistung. Kein will sie ein echter „Rockstar“ werden. „Ich habe ja auch schon vor 2500 Zuschauern auf dem Festival Rock am See in Voerde gespielt“, erzählte sie nicht ohne Stolz.

Entdecker dieses zweifellos großen Talentes ist Marco Launert von der gleichnamigen Rockschule aus Bocholt. Er betreut sie musikalisch und gibt ihr seit zwei Jahren Gitarrenunterricht. Sichtlich stolz ging es auch für Wirtschaftsförderer Sascha Terörde über die Promenade. Er möchte das Festival der Straßenmusik fest in den Emmericher Kulturbereich einbetten. Beim nächsten Mal natürlich auch mit Emmericher Sängerinnen, Sängern und Bands. Dafür hat er schon einen ganz heißen Draht zur „Musikbühne Emmerich“, einem Verein in Gründung, hergestellt.

 
 

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